Karlsplatz Stachus

2. Teil: die Nachkriegszeit auf dem Stachus

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Die ersten Trambahnen rollen im Juni 1945 wieder über den Stachus mit notdürftig reparierten Wagen und hilfsmäßig gespannten und versorgten Oberleitungen. Noch im Juni 1945 erlaubten die US-Besatzer, dass Cronauer, eigentlich Schauspieler und Widerstandskämpfer,  mit einer 35-mm-Kamera in der Hand die Kriegsschäden Münchens dokumentierte. Unbelichtetes Rest-Filmmaterial konnte er aus der Filmhochschule beschaffen, ebenso die Kamera. Als Ergebnis entstand der 67-minütige Stummfilm München 1945, dem diese beiden Aufnahmen entnommen sind.

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Blick vom Karlstor in Richtung Bayerstraße: das Kaufhaus Horn (ehemals Hotel Stachus) und die restliche Bebauung bis zum Hauptbahnhof sind zerstört, rechts das Pini-Haus schwer beschädigt.

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Der Stachus im Jahr 1947: es ist baulich recht luftig geworden, nachdem der Schutt der zerstörten Hauser entfernt wurde. Am Justizpalast steht schon ein erster Baukran. Das Leben geht weiter und die Trambahn ist die Lebensader, die Stadtteile und Menschen verbindet.

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Die Brunnenwanne wurde 1906 aus Enzenauer Kalkstein gefertigt. In der Anfangszeit seines Bestehens stand der Brunnen in den kleinen Grünanlagen in der Sonnenstraße auf direkter Höhe des 3. Schaufensters des Spielwaren Obletter, umgeben von Kastanien und niedrigem Buschwerk. Der umlaufende Rasen war mit den aus dem Englischen Garten bekannten kleinen, etwa 40cm hohen Randzäunen eingefasst. Der Betrachter hatte im Hintergrund immer den Justizpalast und das ehemalige prächtige Straßenbahnstationshaus am Karlsplatz im Blickfeld.

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Das Brunnenbuberl

Auf dem Stachus Anfang der 50er-Jahre sieht man das neue ovale Stationshaus und das flache Hilfsdach auf dem alten Stationshaus im südlichen Teil des Stachus. Dort war bis zum Abriß 1966 ein großes Reisebüro untergebracht. 

Wenn man genau schaut, sieht man schon den ersten M-Wagen über den Stachus fahren.

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Ab dem Jahr 1953 wird der Stachus nach und nach den Anforderungen der Nachkriegszeit gleisbautechnisch angepaßt. Dieser Gleisplan zeigt den Zustand bis März 1953: die Streckenführung von vor dem Krieg ist soweit erhalten bis auf die nun nicht mehr genutzen Doppelgleise im ostlichen Bereich vor dem Justizpalast. Die Strecke in die Sonnenstraße wird noch auf der westlichen Straßenseite geführt.

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1954 Streckenplan Bereich Karlsplatz Sta

Ab März 1953 kommen die ersten umfangreicheren Umbauten am Stachus: die Strecke vom Hauptbahnhof durch die Bayerstraße zum Stachus bekommt ein 3. Gleis zur Vorsortierung der Wagen. 

Zeitgleich beginnen die Bauarbeiten zur Verlegung der Trambahnstrecke zum Sendlingertorplatz in die Mitte der Sonnenstraße, im Plan sind noch beide Varianten verzeichnet.

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Da wußte im Herbst 1953 der Fotograf garnicht, wie er alles auf's Bild draufkriegen sollte: seltene Bilder vom Bau der neuen Strecke in der Mitte der Sonnenstraße vom Restaurant des Kaufhofs aus gemacht.

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Am 6.12.1953 wird die nun in die Mitte der Sonnenstraße verlegte Strecke zwischen Sendlingertorplatz und Stachus in Betrieb genommen. Das Bild zeigt den "Bahnübergang" der neuen Streckenführung an der Kreuzung mit der Schwanthalerstraße im Januar 1954.

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 1954 

 2010 

Im Sommer 1954 sieht man auf unserem Foto, daß schon mal die Landschaftsgärtner über die neu angelegte Trambahnstrecke gegangen sind und dieser Teil der Sonnenstraße langsam wieder ein Gesicht bekommt.

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Der Stachus im Jahr 1954: typisch ist das neue Stationshaus in ovaler Bauform in der Mitte des Platzes.

Der Blick in die entgegengesetzte Richtung: Verkehrsstau 1954 in der Sonnenstraße Richtung Stachus.

1954 Karlsplatz Stachus Verkehr Stationshaus

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März 1954 Sonnenstrasse Karlsplatz Stachus Stau

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Die ersten Triebwagen der Baureihe M erscheinen im Straßenbild von München.

M1 Wagen der Linie 8 am 3.1.1955 Karlsplatz Stachus

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Bis Dezember 1957 gab es nur in der Bayerstraße ein 3. Gleis zur Vorsortierung. Die Nordschleife des Stachus ist nur noch eingleisig und aus dem Doppelgleis an der Ostseite wurde ein Hinterstellgleis.

Gleisplan vor Dezember 1957 Karlsplatz Stachus

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Ab dem Dezember 1957 gibt es nun sowohl in der Prielmayerstraße als auch in der Neuhauserstraße dritte Gleise zur Vorsortierung der Trambahn-Linien.

Gleisplan ab Dezember 1957 Karlsplatz Stachus

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Der offizielle Gleisplan der Stadtwerke / Verkehrsbetriebe aus dem Jahr 1958: der Nornebrunnen im Nordteil des Platzes, das ovale Stationshaus in der Mitte des Platzes und der Behelfsbau anstelle des alten Stationshauses. Die Zufahrten zum Stachus aus der Bayerstraße, Prilmayerstraße und Neuhauserstraße sind dreigleisig und mittendrin stehen die Verkehrspolizisten und versuchen den Verkehr zu regeln, Die ersten Ampeln bekommt der Stachus erst Anfang der 60er-Jahre.