Marienplatz

Mit der Nutzung von Google Maps verlassen Sie den Gültigkeitsbereich unserer Datenschutzerklärung und stimmen den rechts nebenstehenden Nutzungs-Bedingungen von Google automatisch zu. > 

© Stadtarchiv München

Der Marienplatz 1880 ohne Trambahn und ohne nennenswerten Verkehr....

Marienplatz  Schrannenplatz (Marienplatz

© Stadtarchiv München

....es sei denn, es ist Markttag wie im Jahr 1634.

Eine kurze Geschichte zum Marienplatz

Heinrich der Löwe gründete München 1158 rund um den heutigen Marienplatz. 1315 verlieh der spätere Kaiser Ludwig der Bayer München die Marktfreiheit mit der Auflage, dass der damals Marktplatz genannte Marienplatz „auf ewige Zeiten“ hin unbebaut bleibe. So waren hier von Anfang an verschiedene Märkte für Eier, Getreide, Wein und Fisch, so dass der Marienplatz über Jahrhunderte hinweg einfach nur „Markt“ oder „Platz“ oder "Hauptplatz" hieß. Als vermehrt Getreide gehandelt wurde, nannte man den Platz in Schranneplatz um und als die neue Schranne gebaut war bekam der Platz den Namen Marienplatz. Kartographen damals mussten ab und zu mal den Rotstift anlegen...

haupt-schrannen.jpg

© Stadtarchiv München

schrannen-marieplatz.jpg

Historische Presseschau zum Thema:

18.11.1839 Schranneplatz Marienplatz.jpg

18.11.1839 "Niederbayerisches Tagblatt"

Der Bayerische Landbote 11.11.1852 Schra

Der Bayerische Landbote vom 11.11.1852 

Kurier_für_Niederbayern_30.08.1854_Mari

"Kurier für Niederbayern" vom 30.08.1854

 1865 

1880 Neues Rathaus Marienplatz DE-1992-F

 1880 

Das Regierungsgebäude (Landschaftshaus) am Marienplatz, das 1865 für das neue Rathaus abgerissen wurde. Der Name Landschaftsstraße für die Straße hinter dem neuen Rathaus blieb erhalten. Landschaft bedeutet im historischen und ursprünglichen Zusammenhang die Gesamtheit der Landstände in einem mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Staat im Sinne der Ständeordnung.

Der erste Bauabschnitt des neuen Rathauses im Ostteil, Marienplatz, Ecke Dienerstraße, war das Ergebnis eines Ideenwettbewerbes, den Georg Hauberrisser gewann und 1867–1874 ausführte. Die Grundsteinlegung erfolgte am 25. August 1867. Als deutlich wurde, dass der Neubau nicht ausreichen würde, die gesamte Verwaltung aufzunehmen, begann die Stadt ab 1887 sämtliche dem Rathaus benachbarte Anwesen an der Diener-, Landschaft- und Weinstraße aufzukaufen.

© Stadtarchiv München

© Stadtarchiv München

Nachdem die Stadtverwaltung 1874 in den ersten Bauabschnitt des Neuen Rathauses umgezogen war und das nunmehr Altes Rathaus genannte Gebäude vor allem zu repräsentativen Anlässen genutzt wurde, wurde im Erdgeschoss eine Durchfahrt zum Tal mit einer separaten Fußgängerpassage durchgebrochen. Das war dann auch gleich recht praktisch für die später kommende Trambahn, die diese Durchfahrt nutzen konnte.

Bei der ersten Ausschreibung des Münchner Magistrats für eine Pferdetrambahn im Jahr 1874 schlug man auch schon ein paar geschwungene Linienführungen unter anderem über den Marienplatz vor mit Abzweigungen in 2 Versionen in die Dienerstraße.

Das war dann wohl eher eine futuristische Verkehrsplanung dieser Zeit, die so natürlich nie umgesetzt wurde.

© Stadtarchiv München

Die Pferdetrambahn erreicht den Marienplatz als erste stadtdurchquerende Linie am 16.06.1888 auf der Strecke Karlsplatz - Neuhauserstraße - Kaufingerstraße - und weiter zum Isartor in Doppelspur.

1892 Pferdetrambahn Marienplatz Stadtarc

© Stadtarchiv München

Auf der Neuhauserstraße fährt im Jahr 1890 der Pferdebahn-Wagen 312 vor der St. Michaels Kirche vorbei.

1890)  Altstadt)  Neuhauser Straße  (000

Wegen der zu engen Straßenbreite in der  Kaufingerstraße zwischen Färbergraben und Liebfrauenstraße gab es auf 113 m nur 1 Gleis. Die Bauzeit der Gesamtsrecke vom Stachus zum Isartor betrug 4 Wochen und das Isartor wurde für die Pferdetrambahn umgebaut und die Torbögen erweitert.

Der Übergang von Doppel- auf Einzelgleis zwischen Neuhauserstraße und Kaufingerstraße.

1900_Kaufingerstraße_eingleisig_DE-1992

© Stadtarchiv München

© Stadtarchiv München

1891-03_Planung_Doppelspur_Kaufingerstra

Im März 1891 begannen Planungen, diese Engstelle in der Kaufingerstraße auf verschiedene Weisen zu entschärfen: die erste Variate zeigt eine Verschmälerung der Gehsteige beiderseits der Straße und eine angepaßte Gleisführung.

1897-07_Kaufingerstraße_an_der_engsten_

Im Juli 1897 gab es einen weiteren Anlauf, in einer Art Machbarkeitsstudie diese Engstelle der Kaufingerstraße zwischen den Häusern der Nimmer 18 und 19 durch Querschnitt-Zeichnungen darzulegen: 20,07 cm Platz zwischen 2 Pferdetrambahn-Sommerwagen und gut 19cm zu einem geparkten Möbelwagen.

© Stadtarchiv München

© Stadtarchiv München

Unser Plan von 1891 zeigt die Trambahn-Situation im Münchner Innenstadtbereich: die westliche  Linie endet am Promenadeplatz, die östliche Linie endet am Hoftheater (heute Nationaltheater) , die nördliche Linie umfährt die Innenstadt vom Odeonsplatz über den Maximiliansplatz und Stachus und die südliche Linie zum Isartalbahnhof endet in der Sendlingerstraße am Färbergraben, die Linie 5 in der Reichenbachstraße kurz vor dem Viktualienmarkt. Doch da hatte man schon neue Pläne....