Das Imperialhaus / PINI-Haus

 1900 

 2014 

 1976 

Das Haus wurde von dem Pasinger Architekten Joseph von Schmaedel als Massivbau in Mauerwerk mit Holzbalkendecken entworfen und 1877 fertiggestellt. Bereits 1885 wurde es zum Waren- und Kontorhaus. 1907 wurde es erstmals saniert und die Holzbalkendecken durch Decken aus Stahlbeton ersetzt, Stahlstützen wurden mit Beton ummantelt und ein Flachdach anstelle des bisherigen Satteldachs aufgesetzt.

 

Seinen ursprünglichen Namen Imperial-Haus erhielt das Gebäude nach dem Café Imperial, das dort bewirtschaftet wurde. Später wurde es in Pini-Haus umbenannt, nachdem das Optikergeschäft Pini Optik dort eingezogen war. Es gab im Haus seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein Kino, das Imperial-Kino genannt wurde. Während des Zweiten Weltkriegs war es Münchens größtes Soldatenkino und hatte 24 Stunden am Tag geöffnet. Aufgrund der vielen Leuchtreklamen sagte man, dass das Haus Times Square feeling nach München bringe.

 

Nach dem Krieg nutzte die Nachrichtenagentur Associated Press zeitweise die Räume im sechsten Obergeschoss. Nach einem Brand wurde das Gebäude um die Jahrtausendwende aufwändig restauriert. Seitdem ist das Anna Hotel in dem Haus untergebracht. Betreiber des Hotels ist die Familie Geisel, der auch der nahe gelegene Hotel Königshof gehört.

Das Imperial-Kino

Seit dem Umbau 1907 bis zum Kriegsende 1945 beherbergt das Imperialhaus das Imperial-Kino (Edison-Theater) Hausnummer Schützenstraße 1a mit 440 Plätzen, 380 davon Sitzplätze. Eintrittspreise: 0,50-1,70 M im Jahr1917, Spieltage waren täglich  und der Programmwechsel war immer Samstag.

In München wurde Schützenstr. 1a ein vornehmes Kinematographen-Theater ,,Imperial-Theater" begründet. Das neue Theater ist das schönste der in München in der letzten Zeit so beliebt gewordenen Kinematographen-Theater. Das Innere ist geschmackvoll und solide ausgestattet. Etwa 450 Sitzplatze befinden sich in dem leicht aufsteigenden Saal. Das Theater, das der Süddeutschen Kinenatographengesellschaft gehört und von Direktor Hermann Pingel geleitet wird, bring jeden Samstag ein neues Programm. Die reichhaltigen Programms finden beim Publikum grossen Anklang und Anerkennung, so dass das Theater einen sehr guten Ruf geniesst und stets gut besetzt ist. 

 

Aus: Der Kinematograph 41/1907

Der Direktion ist es gelungen, an jeden Sonnabend nachmittag zwischen 2 bis 4 Uhr Militär-Extra-Vorstellungen einzurichten und zwar für die hiesigen Regimenter; es erscheinen zu jeder Vorstellung ca. 450 Mann mit ihren Führern und Vorgesetzten, Es werden nur Bilder militärischen Charakters vorgeführt« z. B. Schlacht bei Casablanca. Berliner Parade am 2. September 1907, Swinemünder Kaiserbegegnung. Flottenmanöver, Leichenparade Sr. kgl. Hoheit des Grossherzogs von Baden etc. 

 

Aus: Der Kinematograph 48/1907

Ein wirklich hochinteressantes Programm hat Herr Direktor Pingel im Imperial-Theater an der Schützenstrasse in dieser Woche in Szene gesetzt, weshalb der Besuch des Unternehmens, das mit seinen Vorstellungen nachmittags 2 Uhr beginnt, ein ausserordentlich starker ist« denn dort suchen viele Personen die Stunden angenehm zu verbringen. So ist besonders interessant und lehrreich für unsere Jugend eine Naturaufnahme „Ein Fischfang in Sizilien", dem eine besonders gelungene, humoristische Aufnahme „Der fidele Künstler", das reichen Beifall findet, folgt. Dann kommt zum Vortrag ein Duett aus dem Metropoltheater in Berlin „Willst du mein Cousinchen sein", das die Besucher in Spannung hält. Staunenswert ist eine zweite Naturaufnahme „Hagertbecks Tierpark", dann ein äusserst humoristisches Bild „Das Juckpulver44, das ebenso wie Idas Bild „Auguste ist wütend" die Lachmuskeln besonders bewegt. Eine ernste dramatische Szene zaubert uns das Bild „Die beiden Waisen" vor Augen und endlich die grosse „Arie aus Rigoletto", gesungen von Kammersänger Werner-Alberti. 

 

Aus: Der Kinematograph 1/1907

Juni 1945: das Pini-Haus ist ausgebrannt

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