Romanplatz

Der Romanplatz 1898 links im Bild Blickrichtung West.

Der Romanplatz erhielt seinen Namen im Jahr 1903. Er geht auf Rudolph Freiherr von Roman zu Schernau zurück, dem damaligen Vorstand des Münchner Bezirksamts links der Isar, der Genehmigungsbehörde für den Straßenbau.

Der Romanplatz verdankt seine Verkehrsanbindung an die Stadt München eigentlich dem Volksgarten, der an der heutigen Notburgastraße lag. Dort endete die erste Münchner Dampftrambahn ab 9. Juni 1883. Im Stadtplan von 1885 sieht man die Strecke durch die Romanstraße aus der Residenzstadt München kommend.

Der Romanplatz begann mit seinem nördlichen Teil schon in Rondellform. Ursprüngliche Bauplanungen sahen für Neuhausen eine Anlage aus mit Straßen verbundene Rondelle vor. Geblieben ist letztlich nur der Romanplatz und das Neuwittelsbacher Rondell in der Romanstraße.

 2012 

 1900 

Der Volksgarten in Nymphenburg

Der Volksgarten Nymphenburg war eine Vergnügungsstätte im damals noch selbständigen Münchner Vorort Nymphenburg. Der Volksgarten wurde 1890 am Romanplatz auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei Nymphenburg errichtet und war damals Endhaltepunkt der Dampftrambahn weit raus vor die Tore Münchens, später auch der elektrischen Straßenbahn.

 

Die Eröffnung fand am 15. Mai 1890 statt. Zu seiner Zeit war er der größte Vergnügungspark Deutschlands. Der Ideengeber war Hugo Oertel und Heinrich Theodor Höch, ein bedeutender Münchner Realitätenbesitzer, finanzierte den Park. Sie setzten nach den Vorbildern Prater in Wien, Luna Park auf Coney Island und Tivoli in Kopenhagen diese Idee für München um. Der Nymphenburger Volksgarten bot für 30.000 Besucher Attraktionen, unter anderem mehrere gastronomische Betriebe mit einem Festsaal, ein Hippodrom, verschiedene Fahrgeschäfte und Varietés. 

Postkarte vom Volksgarten: im Vordergrund der Nymphenburger Kanal und die Dampfbahn-Station mit Umsetzgleis- und Weiche, dahinter der Blick zurück zur Landeshauptstadt München.

Bereits 1916 wurde der Volksgarten wieder abgebrochen. An seiner Stelle wurde die Villenkolonie an der Notburgastraße erbaut. Heute erinnert nur noch die Volksgartenstraße an dieser Stelle an den Vergnügungspark.

Typischer Dampftram-Zug mit Lok Nr.7 mit 5 Beiwagen an einem Wochenende am Volksgarten wartet auf die Fahrt zurück in die Stadt. Später fuhr auch die Elektrische zum Volksgarten.

Selbst 1920 war die Bebauung um den Romanplatz noch spärlich. Die ursprüngliche Attraktion, die die Münchner zuerst mit der Dampfbahn und nach 1898 mit der Elektrischen hier herauszog, war der Volksgarten, der allerdings 1916 schloß. Das Luftbild von 1920 zeigt nun schon eine Trambahnschleife um das Romanplatz-Rondell, eine Eigenheit, die den Romanplatz bis heute prägt. Alle im Bild zusehenden Häuser stehen heute noch.

Im Mai 1922 kam die Erweiterung der Trambahn vom Romanplatz in Richtung Botanischen Garten und 1962 weiter zur Amalienburgstraße.

Genau 100 Jahre liegen zwischen diesen Bildern: das Cafe Prinzenhof ist inzwischen ein Matratzenlager geworden.

 1912 

 1967 

 2012 

Die Linienführung der Linie 1 vom 10.03.1924 bis 01.04.1938 führte zum Romanplatz. 

Im Jahr 1926 wartet ein Dreiwagenzug der Linie 1 auf seine Abfahrt zum Ostbahnhof. Die Triebwagen vom Typ E 1.8 wurden im Jahr zuvor vom MAN geliefert und waren damals die neuesten Wagen auf der Schienen der Münchner Verkehrsbetriebe.

Auf diesem Bild ist erstmalig am linken Bildrand das alte Wartehäuschen im Romanplatz-Rondell zu sehen. 

Der Romanplatz hat seine heutige Gestalt mit der Haltestellenanlage südlich des Rondells erst im Sommer 1937 erhalten, als die Neubaustrecke durch die Arnulfstraße eröffnet wurde. Dabei waren zwei Hinterstellgleise zwischen den beiden Richtungsgleisen eingebaut worden, die durch rückwärtiges Einfahren von der Schleife aus bedient wurden. Hier waren außerhalb der HVZ Beiwagen abgestellt oder zu Sonderverkehren zum Schloß auch ganze Einsatzzüge. 1967 wurde zugunsten einer Haltestelleninsel für die Ringbuslinie 60 ein Hinterstellgleis genutzt, obwohl Weiche und Oberleitung zunächst erhalten blieben. Das westliche Abstellgleis war im Mai 1973 zwar noch vorhanden, jedoch ohne Oberleitung. Zur Einstellung der Linie 17 im Mai 1983 waren die Gleise bereits entfernt. Der Gleisplan ist aus dem Jahr 1971.

Am Romanplatz begann bzw. endete auch Münchens einzige Stangerlbus-Strecke zum Ratzingerplatz bzw. auf Teilstrecken dorthin.

Das ist allerdings wieder einen andere Geschichte, die wir auf einer eigenen Seite erzählen.

Ein Bild des Romanplatz zur Zeit des Stangerlbus und der Hinterstellgleise, die gerade mit einigen Beiwagen besetzt sind.

Ab dem 1.April 1938  bis 06.03.1967 fuhr die Linie 3 zum Botanischer Garten und ab der Verlängerung weiter zur Amalienburgstraße 

Ab 01.06.1920 bis  28.05.1983 (mit Unterbrechungen) verkehrte die Linie 21 am Romanplatz .

Die Linienführung der Linie 1 vom 10.03.1924 bis 01.04.1938 führte zum Romanplatz. 

Die Linie 30 befuhr von 20.02.1950 bis 06.03.1967 zur Hauptverkehrszeit und auch wochenends die Strecke über den Romanplatz zum Botanischen Garten & Amalienstraße.

Die Linie 17 ist seit 06.03.1967 mit Unterbrechungen am Romanplatz zuhause.

Die Linie 12 ist noch fast ein Neuling auf der Strecke: seit 29.05.1983 fährt sie den Romanplatz über die Romanstraße an.

Arnulfstrasse

Romanstrasse

Romanplatz

Notburgastrasse

Egal welcher Generation der Triebwagen entspringt, er befährt seit weit über 100 Jahren dieses Rondell: der Romanplatz ist einer ältesten Verkehrsknotenpunkte im Münchner Trambahnnetz.

Ab März 2019 wirde der Romanplatz umgebaut. Dazu wurde extra eine neue Wendeschleife kurz vor dem Romanplatz in der Arnulfstraße angelegt. Eine kurze Dokumentation vom letzten Betriebstag am Romanplatz, der Gleis-Baustelle und vom 2.Betriebstag der neuen Schleife.

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