Romanplatz

Der Romanplatz erhielt seinen Namen im Jahr 1903. Er geht auf Rudolph Freiherr von Roman zu Schernau zurück, dem damaligen Vorstand des Münchner Bezirksamts links der Isar, der Genehmigungsbehörde für den Straßenbau.

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 © Stadtarchiv München

Erste Planung einer Pferdebahn von der Nymphenburgerstraße zum Schloss Nymphenburg gab es schon 1882. Sie führte direkt zur südlichen Auffahrtsallee und dann weiter direkt zum Schloss-Rondell. Das ging den Planern dann doch zu weit, Neuhausen und Nymphenburg waren nicht eingemeindet und hatten volles Stimmrecht bei den Planungen. Eine Trambahn nach München war allerdings schon sehr verlockend. 1882 gab es noch keine Romanstraße oder Romanplatz, es lagen weite Felder zwischen der Stadt München und dem weit draussen liegenden Schloss.

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 © Stadtarchiv München

Unser erster Streckenplan zu dieser Verlängerung der Pferdebahnstrecke vom Burgfrieden in der Nymphenburgerstraße zum Romanplatz vom 20.Januar 1883 zeigt noch die Bebauungsplanung für den Romanplatz.

In unseren bisherigen Plänen fehlt eine Brücke der Nothburgastraße über den Schlosskanal. Ursprünglich waren für den Schlosskanal zwischen den Auffahrtsalleen zum Schloss Nymphenburg weit vor den Toren Münchens keine Brücken vorgesehen. Später wurde ein Fußgängersteg angelegt. Das Wachstum der Stadt ließ Bebauung und Straßennetz immer weiter in Richtung Schloss vorrücken. Das Königliche Hofbauamt gab schließlich eine Brücke in Auftrag mit der Maßgabe, den ästhetischen Anforderungen der nächsten Umgebung des Königlichen Schlosses und den beiderseitigen Alleestraßen in jeder Weise zu entsprechen. 1892 wurde sie nach Plänen des Architekten Friedrich von Thiersch als einbogige Straßenbrücke mit einer Spannweite von 17,30 m und einer Pfeilhöhe von 1,88 m gebaut. Die in Monier-Bauweise ausgeführte Brücke war der erste Eisenbetonbogen Münchens.

Der Transport vom Lager zur Gleisbaustelle über die Ludwig-Ferdinand-Brücke über den Nymphenburger Kanal an der Nördliche Auffahrtsallee / Menzingerstraße/Nothburgastraße. Fast 100 Jahre liegen zwischen diesen Aufnahmen von heute & damals.

Die Ludwig-Ferdinand-Brücke

1914 wurde die Brücke auf der dem Schloss zugewandten Seite um 8,80 m verbreitert, um Trambahngleise aufzunehmen. Dabei wurden die Brüstungen, Pylone, Flügelmauern und die Bogenstirnverkleidung abgenommen und anschließend wieder vor den neuen Brückenbogen gesetzt. 1956 wurde die Brücke wesentlich verändert und erneut verbreitert auf 33 m, 1992 wurde sie saniert.

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 © Frederik Buchleitner

Der Romanplatz verdankt seine Verkehrsanbindung an die Stadt München eigentlich dem Volksgarten, der an der heutigen Notburgastraße lag. Dort endete die erste Münchner Dampftrambahn ab 9. Juni 1883. Im Stadtplan von 1885 sieht man die Strecke durch die Romanstraße aus der Residenzstadt München kommend.

In der Bauzeit 7.5.1883 vom 6.6.1883 wurde die eingleisige Strecke für die Dampftrambahn ab Mailingerstraße bis Nymphenburg mit Ausweichgleisen von jeweils 100 m erstellt.

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 © Stadtarchiv München

Der Volksgarten in Nymphenburg

Der Volksgarten Nymphenburg war eine Vergnügungsstätte im damals noch selbständigen Münchner Vorort Nymphenburg. Der Volksgarten wurde 1890 am Romanplatz auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei Nymphenburg errichtet und war damals Endhaltepunkt der Dampftrambahn weit raus vor die Tore Münchens, später auch der elektrischen Straßenbahn.

 

Die Eröffnung fand am 15. Mai 1890 statt. Zu seiner Zeit war er der größte Vergnügungspark Deutschlands. Der Ideengeber war Hugo Oertel und Heinrich Theodor Höch, ein bedeutender Münchner Realitätenbesitzer, finanzierte den Park. Sie setzten nach den Vorbildern Prater in Wien, Luna Park auf Coney Island und Tivoli in Kopenhagen diese Idee für München um. Der Nymphenburger Volksgarten bot für 30.000 Besucher Attraktionen, unter anderem mehrere gastronomische Betriebe mit einem Festsaal, ein Hippodrom, verschiedene Fahrgeschäfte und Varietés. 

 © Stadtarchiv München

Postkarte vom Volksgarten: im Vordergrund der Nymphenburger Kanal und die Dampfbahn-Station mit Umsetzgleis- und Weiche, dahinter der Blick zurück zur Landeshauptstadt München.

Bereits 1916 wurde der Volksgarten wieder abgebrochen. An seiner Stelle wurde die Villenkolonie an der Notburgastraße erbaut. Heute erinnert nur noch die Volksgartenstraße an dieser Stelle an den Vergnügungspark.

Typischer Dampftram-Zug mit Lok Nr.7 mit 5 Beiwagen an einem Wochenende am Volksgarten wartet auf die Fahrt zurück in die Stadt. Ab dem 17.7.1900 fuhr dann die Elektrische zum Volksgarten.

 © Archiv FMTM e.V.

 © Archiv FMTM e.V.

 © Archiv FMTM e.V.

Am 6.10.1901 wird dann aus der durchgehenden Strecke der Trambahn die erste Schleifenanlage am Romanplatz

Der Romanplatz 1898 links im Bild Blickrichtung West. Im Vordergrund die Steilkurve der Radrennbahn und dahinter ein ankommender Zug der Dampftrambahn.

1898 Nymphenburg Romanlatz Dampftrambahn

 © Stadtarchiv München

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 © Archiv FMTM e.V.

Nach der Aufnahme des elektrischen Betriebs auf der Strecke über den Romanplatz am 17.7.1900 und der geplanten Verlängerung der Strecke zum Botanischen Garten wurde eine leistungsstärkere Stromversorgung nötig, die damals aus dem Kraftwerk Neuhausen kam. Daher wurde 1912 in der Mitte des Rondells in 4,50 Meter Tiefe eine unterirdische Trafostation errichtet. Darauf wurde das erste Trambahnhäusl auf dem Romanplatz errichtet. Dort traten die Wagenführer und Schaffner der Tram ihren Dienst an, verbrachten auch ihre Pausen dort. Ein Stationsmeister - wie der Schaffner ein ausgestorbener Beruf - hatte dort seinen Arbeitsplatz, kümmerte sich um Ausgabe und Abrechnung der Fahrkarten.

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Eine kleine Geschichte aus diese Zeit: im August 1906 beginnen Planungen für zukünftige Trambahn-Projekte. Dazu gehört neben vielen anderen auch eine Westtangente, die zuerst mal vom Romanplatz nach Laim zur Agnes-Bernauerstraße führen sollte mit einer Unterquerung der Staatsbahn. Der Romanplatz war damals ein kreisrundes Rondell und die vorliegende Planung sah vor, am Romanplatz aus der Schleife über die projektierte Wotanstraße die Strecke auszufädeln. 

Das Projekt wurde aber auf Eis gelegt und nicht ausgeführt, - und wartet bis heute auf seine Verwirklichung nach weit über 100 Jahren....

1906-08 Streckenprojekt Romanplatz-Wotan

Diese zweite Schleife auf dem Romanplatz hatte zusätzlich noch eine zweigleisige Gleisführung von der Romanstraße in die Nothburgastraße.