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Nach der Aufnahme des elektrischen Betriebs auf der Strecke über den Romanplatz am 17.7.1900 und der geplanten Verlängerung der Strecke zum Botanischen Garten wurde eine leistungsstärkere Stromversorgung nötig, die damals aus dem Kraftwerk Neuhausen kam. Daher wurde 1912 in der Mitte des Rondells in 4,50 Meter Tiefe eine unterirdische Trafostation errichtet. Darauf wurde das erste Trambahnhäusl auf dem Romanplatz errichtet. Dort traten die Wagenführer und Schaffner der Tram ihren Dienst an, verbrachten auch ihre Pausen dort. Ein Stationsmeister - wie der Schaffner ein ausgestorbener Beruf - hatte dort seinen Arbeitsplatz, kümmerte sich um Ausgabe und Abrechnung der Fahrkarten.

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Die Suche nach einem Bild von dem alten Stationshaus ist schwer, - zumindest gibt es eines mit einem Anschnitt..

Auf einer Ansichtskarte, verschickt 1912 und handkoloriert, haben wir auch rechts ein Stück des Stationshauses entdeckt.

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Auf einem Lehrfilm für Trambahnfahrer fanden wir dann doch noch ein Bild vom Stationshaus in der Ferne.

Das ist auch nichts neues in München: schon am 30.Januar 1914 wurden erste Entwürfe für ein größeres und prunkvolleres Stationshaus für den Romanplatz  skizziert, man war ja nicht Irgendwer in Nymphenburg!

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 © Stadtarchiv München

Der Plan vom neuen Stationshaus auf dem Romanplatz war dann 1920 nach dem ersten Weltkrieg schon etwas gestutzt, es wurden die Säulen weggelassen und die Aufteilung ist deutlich funktionaler.

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 © Stadtarchiv München

1926 liegt für den Romanplatz ein weiterentwickelter Plan für ein Stationshaus vor, der vor allem die zunehmende Bedeutung des Romanplatz als Verteilstation im Kellergeschoß umsetzt.

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 © Stadtarchiv München

Im selben Jahr bekommt der Romanplatz nun doch sein neues Stationshaus. Es wurde nochmal angepasst und die Dachkonstruktion fiel etwas einfacher aus. 

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 © Stadtarchiv München

Im Juni 1940 ging der Hausfotograf der Stadtwerke einmal um dieses Stationshaus herum und lichtete es von allen Seiten ab.

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Mit der Hausnummer Romanplatz 1

hatte das 1928 gebaute Stationshaus eine gute Adresse.

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Auf diesem Bild aus dem Juni 1940 kann man auch gut die Toilettenanlage und die Treppe zum Trafo unter dem Stationshaus sehen.

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Der Kabelplan des Romanplatzes vom 19.November 1937 zeigt die Leitungen zu den Unterbrecher-Schaltern im Traforaum unter dem Stationshaus.

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Der Krieg hat dieses Stationshaus überlebt und wurde ab den späten 60er-Jahren als Bücherladen genutzt. Die moderne Städteplanung hat es dann nicht überlebt und wurde 2019 abgebrochen, eine Sanierung wäre zu teuer geworden. 

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 Während der Abbrucharbeiten im Jahr 2019 gab es einen kurzen Blick in die Räume der alten Trafostation unter diesem Stationshäuschen. Aufnahme: Nagy GmbH

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 © Nagy GmbH

Eine Fahrt 2022 mit der Linie 17 über den Romanplatz: irgendwas fehlt dem Platz jetzt in der Mitte der Kehrschleifenanlage.

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