Die Strecken der Münchner Pferdebahn 

Promenadeplatz - Maillingerstraße "Weisse Linie"

21.10.1876     Promenadeplatz - Lenbachplatz - Karlsplatz - Bayerstraße - Hauptbahnhof - Dachauer Straße - Stiglmaierplatz - Nymphenburger Straße - Nymphenburger-/Maillingerstraße

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Am 20.Februar 1875 erfolgte die Eingabe dieses Planes  einer Endstation am Promenadeplatz für die geplante Pferdebahn. Das ist einer unsere ältesten Gleispläne in unserem Archiv.

Nur fünf Monate nach der Vertragsunterzeichnung konnte die Gesellschaft die erste, 2,8 Kilometer lange Trambahnstrecke Münchens in Betrieb nehmen. Die Münchner Tagespresse feierte die Trambahneröffnung am 21.Oktober 1876 sehr ausführlich als herausragendes Ereignis, welches für die Stadtbewohner Münchens von besonderem Interesse war. Zunächst besichtigte eine speziell geladene Gesellschaft, bestehend aus dem ersten Bürgermeister Erhardt, dem königlichen Polizeidirektor von Feilitzsch, verschiedenen Mitgliedern der städtischen Kollegien, Beamten, Journalisten und Technikern die neue Pferdebahn und unternahmen die allererste Fahrt auf der Strecke vom Promenadeplatz zur Endstation an der Burgfriedensgrenze an der Maillingerstraße. In den Münchner Neuesten  Nachrichten heißt es zu diesem Ereignis: „Es rollten sieben mit sehr hübschen muthigen Pferden bespannte elegante Waggons heran, in welche sich die Versammlung vertheilte.“

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1876 Pferdebahn Endstelle Nymphenburgerstraße.jpg

Diese Gleisplan zeigt die Endstation Maillingerstraße im Jahr 1876.

Im ersten Betriebsjahr beförderte die „Weiße Linie“ rund 390.000 Fahrgäste, das bedeutet circa 5.000 Personen täglich, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von drei Stundenkilometern. Otlet nahm 39.233 Mark ein und sah damit seine Erwartungen übertroffen. Die Investition in eine Münchner Bahn hatte sich damit bereits ausgezahlt.185 Rasch führte Otlet den Bau weiterer Linien durch, sodass im Jahr 1877 drei weitere Linien ans Netz gehen konnten. Sie verbanden den Stiglmaierplatz mit dem Sendlingertorplatz, den Bahnhof mit der Zweibrückenstraße und Schwabing mit der Theresienhöhe. Feste Haltestellen, wie sie aus dem heutigen Verkehrsnetz bekannt sind, gab es in den Anfangsjahren der Pferdebahn in München nicht. Das Ein- und Aussteigen geschah an jedem beliebigen Punkt während der Fahrt.

Sendlingertorplatz - Hauptbahnhof  "Rote Linie"

29.06.1877     Sendlinger Tor Platz - Karlsplatz - Bayerstraße - Hauptbahnhof