Baldeplatz

Der Platz  wurde 1877 benannt nach Jakob Balde (1604 – 1668). Er war einer der bedeutendsten Jesuitendichter Münchens; seine lateinische Dichtung bildet eine Art Prolog für das aufkommende Zeitalter des Barock und des Rokoko.

Der Westermühlbach und der Dreimühlenbach (letzterer trockengelegt) bildeten südlich der Kapuzienerstraße ein großen Areal an Mühlen und Sägewerken: das Holz wurde über die Isar angeliefert und mit der Kraft der Stadtbäche in Sägewerken zugeschnitten für den Aufbau der Stadt München.

© Reinhold Kocaurek

© Stadtarchiv München

Der Westermühlbach darf in diesem Bereich heute getrost als domestiziert bezeichnet werden und läuft mehr oder weniger schön angelegt durch das hier entstandene Wohngebiet.

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© Stadtarchiv München

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Heute  ist nichts mehr von der Trambahngeschichte des Baldeplatzes vor Ort zu sehen. Lediglich der Blumenhändler im alten Warte- und Betriebshäuschen erinnert noch an die alte Funktion des Baldeplatzes sowohl als Kehrschleife als auch Kreuzungspunkt der Trambahnlinien ost/west vom Hauptbahnhof nach Giesing und nord/süd über die Auenstrasse zum Isartalbahnhof.

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Nach 5-wöchiger Bauzeit erreichte die sogenannte "2. gemeindliche Linie" am 21.September 1892 den Baldeplatz und führte anfangs weiter über die Isar bis zur Kreuzung Humboldstraße /Pilgersheimerstraße. Dort stieß die Linie auf die grüne Pferdebahnlinie, die vom Viktualienmarkt über die Falkenstraße dorthin führte.

Im Stadtplan von 1896 ist die Endhaltestelle vom Baldeplatz kommend in Giesing schon bis zum Kolumbusplatz geführt. Die "Grüne Linie" kommt vom Viktualienmarkt über die Ludwisbrücke und Falkenstraße in die Pilgersheimerstraße und endet damals vorläufig an der Freibadstraße, die ihren Namen vom anschliessenden Schyrenbad erhalten hatte.

Die "weisse" Linie

Die Umsetzung des Generallinienplans wurde nach der Trambahn AG unter dem seit 1907 federführenden Gemeinde-Unternehmen "Städtische Straßenbahnen"  zügig angegangen: die Isarparallele wurde umgesetzt

Die Linie 20 verkehrte ab 17.Mai 1907 Max-Joseph-Brücke (Tivolibrücke) durch die Oettingenstraße, Max-II-Denkmal, Baader- und Auenstraße über den Baldeplatz zum Isartalbahnhof. Die Linie 20 befuhr diese Route bis 31.07.1912.

Die Linie 30 befuhr die Strecke durch die Auenstraße und über den Baldeplatz ab 16.04.1910. Im Kriegsjahr 1943  fuhr die letzte Linie 30 durch die Auenstraße . Danach war die Strecke an vielen Stellen durch Kriegsschäden unterbrochen und wurde nicht mehr in  Betrieb genommen.

Am 5.August 1907 war dann auch die Schleife auf dem Baldeplatz voll befahrbar.

Die Wittelsbacher Brücke

Der beim Bau der Braunauer Eisenbahnbrücke verwendete Werkssteg aus Holz wurde nach Fertigstellung im Jahr 1871 als provisorische Isarüberquerung an diesem Standort wieder errichtet. Ab dem Jahr 1875 bestand eine eiserne Fachwerkkonstruktion zwischen zwei Brückenportalen, erbaut von August von Voit. Im Rahmen des von der Firma Sager & Woerner angebotenen Brückenbauprogramms wurde 1904 die Betonbrücke errichtet. Die äußere Gestaltung der Brücke übernahm Theodor Fischer, die Konstruktion und den Bau die Firma Sager & Woerner. Technisch gesehen ist die Wittelsbacherbrücke eine Kopie der Reichenbachbrücke.

© Stadtarchiv München

Ein A-Wagen im Jahr 1910 kommt vom Schyrenplatz über die Wittelsbacher Brücke zum Baldeplatz. Die Strecke wurde 1899 elektrifiziert.

© Stadtarchiv München

© Archiv FMTM e.V.

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Vom 27.05.1906 bis 06.10.1947  kam am Baldeplatz mit Unterbrechungen auch die Linie 12 vorbei.

Ein richtiger Langläufer & Stammgast war die Linie 17 am Baldeplatz: vom 11.12.1906 fuhr sie fast 80 Jahre über den Baldeplatz in Ost/West-Richtung. Der letzte  Betriebstag für die Linie 17, die zuletzt den Baldeplatz über die Kapuzinerstrasse und Wittelsbacher Brücke überquerte, war der 28.5.1983.

Dreimal die gleiche Perspektive:  rechts die Linie 17 im letzten Betriebsjahr 1982. In der unteren Bilderreihen sieht man links den Straßenzug der Kapuzinerstraße im Jahr 1905 und rechts daneben das gleiche Hauseck im Jahr 2019. Die Renovierungen nach dem Krieg verliefen nicht immer optimal. Interessant ist auch das verschwinden nach 1983 vieler Neonreklamen von den Häusern in München.

© Archiv FMTM e.V.

 1982 

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 1905 

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 2019 

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