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Aus meinem Fotoalbum: U-Bahn-Eröffnung vor 50 Jahren


Man wird dann schon ein bisserl nachdenklich, wenn man feststellt, dass man das historische Ereignis für München vor 50 Jahren, die U-Bahneröffnung, damals hautnah mitbekam und erlebt hat und auch abgelichtet hat.

Jahrelang hatte ich ab 1965, als ich meine erste Kamera bekam, eine vom Vater abgelegte 6x6-Rollfilmkamera, schon die Baustelle direkt vor meiner Haustüre dokumentiert. 1971 Kaufte ich mir dann eine Exakta II und dann war der Film- & Entwicklungspreis das einzige, was mich noch einschränkte.

Es sind vielleicht banale Bilder eines 16-Jährigen, der damals einfach bilderverliebt wie heute noch durch diese neue U-Bahnwelt lief: U-Bahnhof Marienplatz am 18.10.1971 am Tag vor der Eröffnung: die letzten Arbeiten auf Hochtouren.

Handwerker und Putzkolonnen bringen alles zur morgigen Eröffnung auf Hochglanz.

Dann ist es soweit: am U-Bahnhof Nordfriedhof gibt es Absperrungen und Scheinwerfer und die Münchner schauen interessiert in den Untergrund. Ich war damals mit meinem Freund Werner Gift unterwegs.

Zum ersten Mal in einer U-Bahn. Mein Vater hatte immer gesagt, wenn wir die 5 Jahre Baulärm, Einschränkungen etc. überstehen, haben wir später eine Super-Verbindung in 10 Minuten zum Marienplatz, - man muss halt warten können.

Bahnhof Kieferngarten, vorläufige Endstation. Ich erlebte diesen Eröffnungstag als sehr angenehm, die Münchner waren stolz und fragten dem Personal ein Loch in den Bauch.

Manche Leute schauten noch etwas fremdelnd in das neue Fahrzeug, - der Münchner an sich ist ja etwas zurückhaltender bei Neuerungen, was sich wohl in den letzten 50 Jahren doch geändert hat. Der 19.Oktober 1971 war ein verregneter Herbsttag.

Eine Frau am Steuer einer U-Bahn. Nicht lange vorher wurden erst Frauen als Trambahnfahrerinnen akzeptiert, - hier am Nordfriedhof.


Überhaupt dieses HighTech-Fahrerpult. In der Trambahn war ich ab dem 5. Lebensjahr i m m e r hinter dem Fahrer gestanden und habe ihm über die Schultern geschaut. Das ging jetzt leider nicht mehr.

Ich war schon immer ein Freund der hochempfindlichen S/W-Filme: diese Bilder wurden mit einem Ilford HP4 gemacht, meinem Lieblingsfilm bis heute. Und es konnte nicht dunkel genug sein, um zu fotografieren. Hier die Röhre vom Marienplatz kommend vom Odeonsplatz aus.

HighTech wohin man schaute: hast du schon die Kamera und den Monitor am Odeonsplatz gesehen? Da kann man sich selber sehen! Das hat später meinen Beruf geprägt.

Am Eröffnungstag wurde Kurzzüge gefahren und an meiner "Heimatstation" Dietlindenstraße damals stand Blumenschmuck.

U-Bahnhof Marienplatz: die Fahrer mussten zur Zugabfertigung aufstehen und rausgehen und dann den magischen Knopf neben der Fahrertüre drücken, damit die Türen schlossen. Meist fiel die Türe des Fahrerstandes erst beim Anfahren ins Schloss, - ich erinnere mich noch gut an dieses typische Geräusch.

Ein Langzug am Odeonsplatz. Detail: an allen Bahnhöfen leuchtete an diesem Tag die Notbeleuchtung, diese Einzellampen an den Säulen.

U-Bahnhof Studentenstadt mit einfahrendem Zug: ich hatte aus Kostengründen nur einen 12er-Farbfilm, mehr war dem Taschengeld damals nicht zu entlocken. Fahren konnte ich mit meiner Schülerkarte.


Ich war dabei am ersten Tag der U-Bahn in München. Auch wenn die Bilder nicht alle perfekt sind, es sind Zeitzeugen einer Epoche in München. Danke für's reinschauen.

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