Max-Weber-Platz

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Der Platz wurde 1905 nach dem Haidhauser Gemeindeschreiber und späteren Münchner Magistratsrat Max Weber benannt. Seit 1998 ist er zusätzlich auch nach Maximilian Carl Emil „Max“ Weber (* 21. April 1864 in Erfurt; † 14. Juni 1920 in München) benannt, er war ein deutscher Soziologe und Nationalökonom. Obwohl seiner Ausbildung nach Jurist, gilt er als einer der Klassiker der Soziologie sowie der gesamten Kultur-, Sozial- und Geschichts-Wissenschaften. (Im Bild)

Pionieren der Fotografie verdanken wir dieses wunderbaren 3 Fotografien aus 1856 aus dem neu gebauten Turm der Kirche St.Johann Baptist und Photoshop & flinken Grafikerhänden die Zusammenstellung zu diesem einmaligen Panoramablick über München. Noch fehlt das Maximilianeum rechts und mittig unten ist der Wiener Platz zu sehen, der allerdings erst ab 1891 so hieß.

Wir schreiben das Jahr 1856 und München mausert sich zur Großstadt: Haidhausen liegt noch etwas dörflich geprägt am östlichen Isarufer und genau dort plant man Großes: das Maximilianeum als Bayerisches Parlament soll genau hier entstehen. Im Plan sind es noch dünne Bleistiftzeichnungen, aber bald rücken die Bauarbeiter an. 

1857 ist dann Großbaustelle: nicht nur das Maximilianeum wird gebaut, sondern auch die Maximiliansbrücke und die Maximilianstraße wird zur Prachtstraße.

St. Johann Baptist

 

Schon im frühen und mittleren 19. Jahrhundert stieg die Bevölkerung in und um München beiderseits der Isar stark an. Die alte Kirche des Dorfes Haidhausen wurde bald zu klein. Deshalb wurde der Bau einer neuen und größeren Kirche jahrelang propagiert, aber erst unter Pfarrer Johann Georg Walser (1848–1871) in Angriff genommen und durch dessen 29 Bettelreisen, auch an den Hof Kaiser Franz Josephs in Wien, ermöglicht. Der Architekt war Matthias Berger (1825 – 97), ein Schüler Friedrich Gärtners. Der Baufortschritt richtete sich nach dem Geldeingang, nicht nur aus Spenden, sondern auch von Zuschüssen der Stadt München, in die Haidhausen 1854 eingemeindet worden war. Im Jahre 1863 war der Rohbau mit dem damals noch 99 m hohen Westturm vollendet, und das Turmkreuz wurde am 12. Oktober enthüllt

Schuldschein von 1851 zur Finanzierung des Kirchenbaus "...mit 1000-fachen Zinsen von Gott".

Als am 16.09.1882 über die Strecke Maximilianstraße ab Maxmonument - Maximiliansbrücke - südl. Maximilianeum - Max-Planck-Straße zum Max-Weber-Platz als Pferdebahnlinie in Betrieb geht , wird das Maximilianeum auf der südlichen Auffahrt zweigleisig umfahren. Die Strecke führt dann hinter dem Max Weber Platz zum Johannisplatz - Metzgerstr. bis Milchstraße und weiter zum Orleansplatz.  Diese Pferdebahnstrecke ist zweigleisig bis auf 80m eingleisigem Betrieb in der Metzgerstraße wegen der sehr schmalen Straße. Die Bauzeit der Strecke war vom 12.8. bis 15.9.1882.

Aus dem Bayerischen Staatsarchiv:

Erbauung einer Strassenbahnlinie vom Max-Weber-Platz bis zur Orleanstrasse nach dem Bericht vom 4.Januar 1907 und der Genehmigung vom 2.Februar durch Prinz Luitpold. Nach dem Schreiben vom 9.September 1907: nach technisch polizeilicher Prüfung der neu erbauten Strassenbahnlinie vom Max-Weber-Platz zur Orleanstrasse ist diese zum 2.September 1907 in Betrieb genommen worden.

Sieben Jahre später erreicht die Pferdetrambahn den Max-Weber-Platz am 19.10.1889 über die Strecke Am Gasteig und Innere-Wiener-Straße. Die doppelgleisige Strecke hat eine Länge 760 m. Der Plan von 1990 zeigt schon das neue Betriebsgebäude mit Stallungen.

Am 1.10.1890 ging der Betriebshof 2 an der Äusseren Wiener Straße in Betrieb. Zunächst war dieser Betriebshof rein für Pferde ausgelegt und die Verwaltung der Trambahn Actiengesellschaft hatte hier ihren Sitz. Am 25.07.1890 wird ein Betriebsgleis Betriebsgleis vom Max Weber Platz zur Einsteinstraße 28 (Trambahnbetriebshof) gelegt.

Vom 14.7.1896 bis 18.7.1896 findet ein Umbau/Einbau der Weichen zur Verlängerung der Trambahn durch die Ismaningerstraße statt und deren Anschluß an der Max-Planck-Straße.

Es wird elektrisch: nach einer Bauzeit vom 25.4. bis 22.6.1898 geht die Strecke Am Gasteig - Innere-Wiener-Straße - Max-Weber-Platz und weiter nördlich zur Sternwardstraße am 23.6.1898 als erste ans elektrische Trambahn-Netz.

Erst 2 Jahre später am 17.7.1900 ist dann auch die Strecke Maximilianstraße ab Maxmonument - Maximiliansbrücke - südl. Maximilianeum - Max-Planck-Straße - Max-Weber-Platz und weiter zum Orleansplatz elektrifiziert und nimmt den Betrieb mit elektrischen Trambahnen auf.

Blick über den Wiener Platz, jetzt mit der elektrischen Trambahn auf dem Weg zum Max-Weber-Platz.

Die Eröffnung der Bogenhauser Trambahnstrecke durch die Ismaningerstraße  zur Sternwartstraße 1898.

Die Jahrhundertwende am Max-Weber-Platz

Der Max-Weber-Platz und das darum liegende Haidhausen hat seit seiner Eingemeindung mit der Trambahnerschließung große Schritte in seiner Entwicklung gemacht. 

In ein paar Bildervergleichen versuchen wir die Veränderungen zu dokumentieren. An der damals Äusseren Wienerstraße haben sind die prunkvollen Häuser der Jahrhundertwende erhalten.

Dieser Bildvergleich von 1895 dokumentiert gut das Verschwinden der kleinen alten Häuser und die "moderne" Bebauung.

"In der Grube" war ein altes Dorf-ähnlich geprägtes Siedlungsgebiet zwischen heutiger Einsteinstraße und Ismaningerstraße. Referenzpunkt ist hier das Dach des Prinzregenten-Theaters.

Dieses Gebiet wurde 1910 mit Wasser- und Abwasseranschluß modernisiert und verschwand kurz darauf wegen der Bodenspekulation. Referenz ist hier das  Verwaltungsgebäude der Trambahn.

Letzter Vergleich ist die heutige Einsteinstraße 1900 und heute, Referenz ist das Eckhaus rechts an der Ecke zur Flurstraße.

Am 2.9.1907 ist mit der Eröffnung der Strecke Richtung Steinhausen über die Einsteinstraße (Äußere-Wiener-Str.) zwischen Max-Weber-Platz und Grillparzerstraße mit einer Länge von 731 m der vorläufige Maximalausbau des Max-Weber-Platz erreicht. Ab jetzt wird es nur noch verschiedene Modifikationen aus betrieblichen Gründen geben.

Gleisplan um 1920 : auf dem Max-Weber-Platz ist eine umfangreiche Kreuzungsanlage entstanden mit komplexen Abbiegemöglichkeiten.  

Das Stationshaus auf dem Max-Weber-Platz in einer Aufnahme von 1910: es hat (fast) bis heute überlebt, wurde 1982 zum U-Bahnbau abgetragen und ähnlich als U-Bahneingang an gleicher Stelle aufgebaut, - Geschacksache.

Im Stadtplan gut zu erkennen: der Betriebshof 2 ist weiter auswärts zur Seeriederstraße gewandert und seit 1.12.1926 in Betrieb.

Der Max-Weber-Platz als Kreuzung & Knoten im Gleisplan von 1935. Die große Änderung: die Blockschleife Schloßstraße wurde am 16. November 1925 in Betrieb genommen, um auch am Max-Weber-Platz wenden zu können. Zu dieser Zeit fiel der Betriebshof weg und man verlängerte die Gleise durch die Schloßstrasse nach Süden.

Städtisches Feuerwehrhaus

und Wannen- und Brausebad

 

 

Das schicke Haus an der Ecke Kirchenstraße und Schloßstraße, das bis heute erhalten ist, war damals das Städtische Feuerwehrhaus kombiniert mit einem Städtischen Wannen- und Brausebad für Haidhausen. Die meisten Häuser hatten weder fließendes Wasser noch Abwasser oder Toiletten und so kam dieses Gebäude gerade recht in dieser Zeit: Der Chronist vermeldet zu diesem Dokument von 1899:

 

" Feuerhaus und Bad an der Kirchstrasse in München-Haidhausen erbaut von Professor Carl Hocheder daselbst 1899"

Der traurige Bilderbogen, der nach dem 2.Weltkrieg rund um den May-Weber-Platz und in der Einsteinstraße 1947 entstand.

"Römer"-Triebwagen in München

Da ab 1943 die Kriegsschäden bei der Münchner Trambahn immer massiver wurden, kaum Möglichkeiten für dir Reparatur zerstörter Fahrzeuge vorhanden waren und durch die Angriffe auch auf andere deutsche Städte von dort keine Hilfen mehr möglich waren, erhielt München erstmal italienische Trambahnen zur Verstärkung. Die verbliebenen 15 betriebsfähigen Triebwagen leisteten in München bis Ende 1948 noch gute Dienste. Dann veranlassten die Alliierten die Rückgabe an Rom, da sie als unrechtmäßige Kriegsbeute des Deutschen Reiches angesehen wurden.

Das Leben geht weiter und wird bei der Münchner Trambahn mit den wenigen erhaltenen und betriebsbereiten Triebwagen aufrecht erhalten: ein Römer Tw 2022 auf der Linie 12 am Max-Weber-Platz am 22.12.1948 auf der damaligen Linie vom Wettersteinplatz zum Herkomerpaltz.

Typ H Triebwagen in München

 

Von den Mailänder Triebwagen S 1.33 Nr. 2053-2082, die den Krieg überstanden hatten, wurden 1949 zehn Wagen an Mailand zurückgegeben. 12 Wagen wurden 1949 nochmals angekauft und blieben in München. Sie wurden in die Reihe H 1.32 mit den Nummern 101 - 112 umgezeichnet. Bekannt wurden sie durch ihren Einsatz auf dem Ruinenschleicher, der Linie 37. Zwischen 1957 und 1959 wurden sie dann ausgemustert.

Der H-Tw 108 als "Ruinenschleicher" Linie 37 kommend vom Ostbahnhof auf dem Weg zum Nordbad über den Max-Weber-Platz im September 1950

Die Linie 19 mit E2-Tw 565 + 2 f-Bw an der Haltestelle Max-Weber-Platz einwärts am 21.10.1951

E-Tw 597 + zwei e-Bw auf dem Max-Weber-Platz einwärts  als Linie 4 vom Ostbahnhof kommend auf dem Weg zur Hanauerstraße am April 1952.

Der A2-Tw 225 auf der Linie 12 am Max-Weber-Platz im Juli 1953

Der Bahnhof 2 zieht um

Der Bahnhof 2 an der Seeriederstraße  hatte starke Schäden durch Luftangriffe in den Jahren 1943/44. Trotzdem erfolgte der Wiederaufbau nach dem Krieg.

Die Auflassung erfolgte am 21.9.1963, da nur noch wenige Gleise mit M-Zügen genutzt werden konnten und eine Erweiterung und Modernisierung räumlich nicht möglich war. Daher erfolgte ein Neubau des Bahnhofs 2 neu in der Einsteinstraße.

Der Betriebshof 2 Steinhausen im Bau am 25.10.1960.

Foto: Archiv MVG-Museum

Betrieb 1964 am Max-Weber-Platz

Mit der Inbetriebnahme der Strecke durch die  Grillparzerstraße zwischen Berg-am-Laim-Str. und Einsteinstraße am 21.4.1968 ergaben sich auch Änderungen an der Gleisanlage am Max-Weber-Platz: mit der Gleisbaustelle am Max-Weber-Platz verschwand 1968 die kurze Verbindung von der Einsteinstraße zur Inneren Wiener Straße und die Kreuzung bekam Parallel-Abbiege-Gleise mit einer kleinen Vorsortierung durch eine vorgezogene Weiche für die Strecke rechts zur Isamaningerstraße. Gleichzeitig verschwindet auch das Doppelgleis in der Kirchenstraße.

Fahrermitteilung der Stadtwerke/Verkehrsbetriebe über die neue Gleislage und Weichenschaltung am Max-Weber-Platz vom  08.Juli 1970

Umbauarbeiten am Max-Weber-Platz

Streckenführung am Max-Weber-Platz ab 28. November 1982

Es begann am 8.11.1982, als die Abzweigung Einsteinstraße / Grillparzerstraße stillgelegt wurde ebenso wie der Doppelgleisbogen von Weiche 666 Einsteinstraße zum Haidenauplatz bzw. Weiche 668 Bogen einwärts wegen der Stillegung für den U-Bahnbau Max-Weber-Platz.

Am 28.11.1982 folgt die Strecke Einsteinstraße zwischen Max-Weber-Platz und Grillparzerstraße wegen der U-Bahnbaugrube vom Max-Weber-Platz bis Seeriederstraße.

Am 5. September 1983 befährt der P-Zug 2026/3026 die damals unter rollendem Rad erneuerten Schienen am Max-Weber-Platz 

Im Jahr 1986 wird der Rohbau des U-Bahnhofs Max-Weber-Platz fertig und die Gleise verlegt.

Auf den fertig verlegten Gleisen können nun, bevor noch die Stromschienen montiert werden, problemlos Wagen der Bundesbahn Baumaterialien anliefern. An der Tunneldecke kann man die Belüftungsrohre für die weitere Baustelle erkennen.

Die U-Bahn Stammstrecke 3 kommt

Die Stammstrecke 3 der Münchner U-Bahn ist die zuletzt realisierte von insgesamt drei Stammstrecken im U-Bahn-Netz. Der Lückenschluss zwischen Odeonsplatz, Ostbahnhof und Innsbrucker Ring wurde 1982 begonnen und 1988 fertiggestellt. Der Bahnhof Max-Weber-Platz ist ab 1982 in Deckelbauweise erstellt, nach Einbringen der nach wie vor sichtbaren Mittelstützen und einer Schlitzwand an den Bahnhofsseiten wurde ein Deckel betoniert, unter dem die weiteren Bauarbeiten ohne große Beeinträchtigung des Oberflächenverkehrs bewerkstelligt werden konnten. Die Fertigstellung & Inbetriebnahme war am 27. Oktober 1988.

Ein Menck M154 Silent mit Schlitzwandgreifer für die Fima Josef Riepl 1983 am Max-Weber-Platz

U-Bahntunnel-Rohbau unter der Isar kurz vor dem Max-Weber-Platz

10.05.1985 Max-Weber-Platz Kommentare

68 Max-Weber-Platz Kreuzung bis Grillparzerstrasse 10-05-1985 mit Kommentar

68 Max-Weber-Platz Kreuzung Knoten 20-07-88

18.4.1989StreckeEinsteinstr. zwischen Einfahrt Betriebshof 2 und Vogelweideplatz69 - 70D 5 / 89 B 31 SWMaufgelassenseit 28.10.1988 nur noch Betriebs-strecke (U-Bahneröffnung Max-Weber-Platz), nun Weichen beim BH 2 verkeilt, aus Sicherheitsgründen gesperrt

23.6.1997 - 25.7.1997KnotenSt.-Bonifatius-Str. / Tegernseer Landstr.93M 53 / 97 B-2 SWM und HübnerUmbauEinbau einer neuen Weichen- und Kreuzungskonstruktion (Dreiviertelstern) mit Anschluß an den Neubau der Osttangente L 25, Max-Weber-Platz

Einsteinstrasse

Innere

Wiener Strasse

Schloßstrasse

Milchstrasse

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Johannisplatz

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Max-Weber-Platz

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