Prinzregentenplatz

Der 27.11.1897 war der erste Betriebstag der zweigleisigen Pferdebahn-Strecke Ismaningerstraße zwischen Prinzregentenstraße und Sternwartstraße nach einer Bauzeit vom 22.10. - 27.11.1897. Am 23.6.1898 begann dann der eletrische Betrieb auf der Ismaningerstraße bis zur Sternwartsstraße, den unser Bild zeigt.

Um das Theater zu dieser Zeit, - in München gab es gerademal knapp 100 zugelassene Motorwagen, zugänglich zu machen, legte man Trambahnschienen von der Strecke in der Ismaningerstraße zum Theater mit einer Wendschleife. Das Gleis zum Prinzegententheater wurde nur an Spielabenden genutzt. 

Am 20 August 1901 war die neue Wendeschliefe zum ersten Mal in Betrieb. Ein Hinterstellgleis führte in die Nigerstraße.

Das Prinzregententheater  wurde nach Prinzregent Luitpold benannt. Der von 1900 bis 1901 errichtete Bau wurde von dem zu dieser Zeit äußerst erfolgreichen Architekten Max Littmann entworfen.

© Archiv FMTM eV.

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Den Auftrag für den Bau eines Theaters am heutigen Prinzregentenplatz erhält dann letztendlich der Architekt Max Littmann. Er errichtet von 1900 bis 1901 ein Festspielhaus im klassizistischen Jugendstil, Bauherren sind Heilmann & Littmann. Der in den Platz vorspringende freistehende Komplex mit einem östlich angefügtem Foyertrakt erhält ein aufwändiges Dekor und einen repräsentativen Eingangsbereich und gibt damit dem gesamten Platz eine architektonische Würdigung, die nicht zufällig entstanden ist. Eigentümer des Geländes in diesem Bereich war die mit der Heilmann`schen Immobiliengesellschaft kapitalmäßig verbundene Prinzregentenplatz-Aktiengesellschaft. Diese hatte in den Jahren 1899/1900 das Gelände erworben und bis zur Bebauungsreife vorbereitet. Durch den Bau des Prinzregententheaters wurde - ähnlich dem Theater am Gärtnerplatz - eine Aufwertung der benachbarten Wohnbaugründe angestrebt.

© Archiv FMTM eV.

Die Eröffnung des Theaters begann als Wagner-Festspielhaus mit einem Festakt am 20. August 1901 und der Inszenierung der »Meistersinger von Nürnberg« am 21. August sowie mit drei Übernahmen aus dem Nationaltheater: »Tristan und Isolde«, »Tannhäuser« und »Lohengrin« an den folgenden Tagen. Ab Herbst 1901 gab es an Sonntagen Klassikeraufführungen außerhalb der Festspiele (bis 1905 168 Vorstellungen). Eröffnet wurden diese Klassikersonntage mit der aus dem Residenztheater übernommenen »Wallenstein«-Trilogie in der Inszenierung von Karl von Possart.

Das Prinzregententheater auf einer Postkarte 1901 im Jahr seiner Eröffnung. Das Paar im Bild scheint mit dem hinter ihnen stehenden Wagen der Linie 9 gekommen zu sein und wartet auf die Aufführung.

Diese zeitgenössische Postkarte mit einem Wagen der Trambahn Linie 9 entstand 1902

Heute ist an diesem Platz ein kleiner Park neben dem Theatergebäude.

© Archiv FMTM eV.

© Stadtarchiv München

Das Prinzregententheater im Jahr 1910. In dieser Zeit waren "Theatergleise" durchaus üblich, so auch zum Beispiel an der Staatsoper.

Die Strecke wurde erst am 15.4.1971 aufgelassen; während die Fahrleitung gleich demontiert wurde, waren die Gleise noch lange zu sehen.

© Stadtarchiv München

Die Trambahnstrecke von der Arnulfstraße (später Barthstraße)  nach Bogenhausen wurde damals von der Linie 9 bedient, die ab 23.06.1898 elektrifiziert war. Endhaltestelle war damals in Höhe Ismaninger-/Sternwartstraße (ohne Wendeschleife)

Die Linie 29 bediente vom 04.11.1935 bis 29.08.1939 regelmäßig den Prinzregentenplatz.

"Bayreuth. Frau Cosima Wagner hat sich veranlaßt gesehen, gegen den Hoftheaterintendanten v. Possart, bei der Geheimkanzlei des Prinzregenten von Bayern eine Klage einzureichen, weil Possart durch die Engagements, die er für die Festspiele im Prinzregententheater für das Jahr 1903 getroffen, "fast unlauteren Wettbewerb" betreibe. Jm Monat Juli und August 1903 finden im Prinzregententheater die Aufführungen der Richard Wagnerfestspiele, darunter „Der Ring,des Nibelungen", der vollständig neu ausgestattet wird, statt. Intendant v. Possart verpflichtete nun, nachdem die Verwaltung der Familie in Bayreuth schon Ende vorigen Jahres die Anzeige gemacht hatte, daß im Jahre 1903 Festspielaufftührungen in Bayreuth nicht stattfinden werden, die berühmtesten Wagnersänger und -Sängerinnen für das Prinzregententheater. Dadurch hat sich Frau Cosima Wagner im Namen der Richard Wagnerschen Erben veranlaßt gesehen, an die Geheimkanzlei des Prinzregenten, also an die vorgesetzte Behörde des Jntendanten v. Possart, eine Beschwerde darüber zu richten: „daß man die Bayreuther Künstler zu Abschlüssen an das Prinzregententheater zu den Festspielen im Jahre 1903 verleite, was einem unlauteren Wettbewerb gleichkomme".

 

Aus: "Heidelberger Zeitung"

© Stadtarchiv München

TW 117 steht im Jahr Juli 1903 während der Wagner-Festspiele in der Schleife am Theater.

© Stadtarchiv München

Archiv-Fundstück: etwa gegenüber dem heutigen Prinzregentenstadion in der Prinzregentenstraße 75 befand sich die Sternecker Brauerei mit dem maximilians-Biergarten. Die Postkarte von 1901 zeigt diesen imposanten Komplex und unten in der Mitte ganz klein ein Triebwagen Typ A auf dem Weg zum Prinzregentenplatz.

U-Bahnhof Prinzregentenplatz

Der in Bogenhausen gelegene Bahnhof Prinzregentenplatz wurde am 27. Oktober 1988 eröffnet und ist wie der namensgebende Platz an der Oberfläche nach Prinzregent Luitpold von Bayern benannt, der als Amtsverweser für seine Neffen Ludwig II. und Otto I. die Regierungsgeschäfte Bayerns von 1886 bis 1912 führte. Der Bahnhof wurde von den Architekten Alexander Freiherr von Branca, Heinz Hilmer, Christoph Sattler und dem Büro Bielinski und Partner geplant und gestaltet. Er liegt quer unter dem Prinzregentenplatz in Richtung Mühlbauerstraße. Der Bahnsteigsbereich der U-Bahnhofs ist mit seinen in hellem Carrara-Marmor ausgeführte Wänden und den damit verkleideten Stützen durchaus würdig, der Bahnhof des darüberliegenden Prinzregententheaters zu sein. Er steht in den verwendeten Materialien jedenfalls durchaus in der Tradition dieses großen Namens. Die hellen Carrara-Flächen sind durch schwarz intarsierte Bänder eingefasst. Die stark von Hell-Dunkel-Kontrasten, Rechtecksformen und geraden Linien geprägte Gestaltung setzt sich im Sperrengeschoss fort. Am südlichen Ende des Bahnsteigs befindet sich eine behindertengerecht ausgeführte Toilette. Ebenfalls führt von hier ein Lift direkt an die Oberfläche, wo der Zugang unscheinbar in einer Umgrenzungsmauer des Prinzregententheaters am nördlichen Ende der Lucile-Grahn-Straße eingebettet ist. Die Zugänge des von Säulen getragenen Bahnhofs befinden sich in der Bahnsteigmitte, von wo aus das einzige Verteilergeschoss unter dem Prinzregentenplatz erreicht wird. Von hier gelangt man über vier Aufgänge an verschiedenen Enden des Prinzregentenplatzes an die Oberfläche. Alle Zugänge an der Oberfläche sind nicht überdacht.

© Text & Bilder: Florian Schütz | www.u-bahn-muenchen.de

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