Pasing Marienplatz

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Pasing wurde am 29. Juni 763 erstmals als villa Pasingas urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich vom Eigennamen eines Poaso/Poso oder Paoso/Paso ab. 1752 gab es hier bereits 67 Häuser mit etwa 300 Einwohnern - Pasing im Südwesten zählte damit zu den größten Dörfern rund um München. Das königlichen Staatsministerium des Innern erhob Pasing zum 1. Januar 1905 zur Stadt. 1908 bekam Pasing das nebenstehende Stadtwappen offiziell verliehen.

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Nach dem Vorbild des Münchner Marienplatzes wurde der Kreuzungspunkt der historischen, würmbegleitenden Dorfachse (heute: Planegger Straße) mit der in Ost-West-Richtung verlaufenden einstigen herzoglichen Salzstraße (heute: Landsberger Straße und Bodenseestraße) als Marienplatz benannt. Dazu wurde am 31. Oktober 1880 die Pasinger Mariensäule eingeweiht, die damals aus einer schlanken, gusseisernen Säule und der noch heute verwendeten Madonnenstatue bestand. Schon im Jahr 1908 wurde die Mariensäule wieder abgebaut, da die neue Trambahnlinie (Linie 19 und zeitweise auch 29) hier ihren Endpunkt hatte und der Platz für Rangiergleise bzw. eine Wendeschleife benötigt wurde. Infolge des zunehmenden Verkehrs entstand auf dem Marienplatz eine längliche Verkehrsinsel, an der zunächst Autos geparkt werden konnten. Später befand sich unmittelbar um die Verkehrsinsel herum ein Taxistandplatz. Nachdem sich ab 1977 der Verein Pasinger Mariensäule e.V. für die Wiedererrichtung der Mariensäule einsetzte, wurde 1980 der Platz erneut umgestaltet. Es wurde eine dreieckige Verkehrsinsel angelegt, in deren Mitte die Mariensäule stand. Auf dem neuen viereckigen Sockel befand sich ein ebenfalls viereckiger Pfeiler, an dessen Spitze eine Überdachung angebracht wurde, in der die Madonnenstatue stand. Die Blickrichtung der Statue war wie früher in Richtung Norden auf das sog. Kopfmiller-Haus. Der Rand der Verkehrsinsel war durch Pfeiler und Ketten bis auf die Nordseite eingefriedet und um die Säule herum befanden sich mehrere breite, fassähnliche Blumenkübel. Im Rahmen der Umgestaltung und Verkehrsberuhigung des Pasinger Zentrums durch den Bau der Nordumgehung Pasing wurde der Marienplatz ab 2013 erneut umgebaut und die Mariensäule etwas nach Norden versetzt. Nach Planungen der Landschafts-Architekten Burger und Kühn befindet sich der alte Pfeiler nun auf einem kreisförmigen Sockel, um den Ringe aus hellem Granit und dunklem Basalt gruppiert wurden. Die Blickrichtung der Statue wurde in Richtung Osten (also in Richtung München) gedreht.

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Die Geschichte der Pasinger Mariensäule

1853_Urpositionsblätter_der_Landvermess

© Bayerische Landesbibliothek

Diese wunderschöne Karte aus dem Jahr 1853 muß man einfach ganz groß zeigen: sie stammt aus den "Urpositionsblättern der Landvermessung in Bayern" und zeigt Pasing in seiner damaligen Umgebung mit dem schon bestehenden Eisenbahnnetz.

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Der Pasinger Bahnhof

Obwohl durch Pasing bereits seit 1839 die Bahnstrecke München - Lochhausen verlief, war dort zunächst noch kein Halt vorgesehen. Erst als man 1840 mit der Bahn von München bis nach Augsburg reisen konnte, bekam das Dorf Pasing einen einfachen Haltepunkt. Jahre nach der Verstaatlichung der Strecke am 25. August 1844 wurde erst 1854 in Pasing das erste Bahnhofsgebäude durch Friedrich Bürklein erbaut. Zeitgleich erfolgte die Eröffnung der Starnberger Linie bis nach Planegg. Seitdem hat die Station den Status als Bahnhof. Der Verkehr nahm zu und bald waren die Kapazitäten des kleinen Empfangsgebäudes erschöpft. 1873 schließlich, wurde das neue Empfangsgebäude im bayerischen Quadereinheitsstil fertiggestellt. Wiederum im gleichen Jahr wurde die Buchloer Linie eröffnet.

© Stadtarchiv München

 1855 

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 2010 

Der alte Pasinger Bahnhof überlebte die Jahrhunderte und ist heute ein Restaurant am Bahnhofsplatz.

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 1989 

© GoogleStreetview

Der Pasinger Bahnhof hat sich in seiner langen Geschichte über Jahrzehnte und Jahrhunderte nicht sehr verändert. Der ehemals 6-gleisige Bahnhof wuchs rasch und wurde 1954 bei eine kompletten Überarbeitung der Gleisanlagen etwas weiter weggerückt von der Gleisanlage, sodaß heute zwischen Bahnhofsgebäude und erstem Bahnsteig eine breite Umgehungsstraße Platz hat. 

Damals hätte sich niemand vorstellen können, dass hier, wo noch die Schubkarren vom Gemüsegarten des Bahnhofsvorstehers stehen, 128 Jahre später mal moderne Trambahnen wenden werden....

1885 Pasing Bahnhof DE-1992-FS-NL-KV-011

 1885 

© Stadtarchiv München

1905 pasing bahnhof DE-1992-FS-PK-STB-08

© Stadtarchiv München

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© Stadtarchiv München

© //doku-des-alltags.de

 

Im Jahre 1896 baten die Gemeinden Laim und Pasing den Münchner Magistrat erstmals, die „Elektrische Trambahn“ bis zum Pasinger Marienplatz zu verlängern, doch der Magistrat lehnte ab. Begründung: „Es kann der Gemeinde München nicht zugemutet werden, eine Trambahn zu bauen für auswärtige Gemeinden, mit anderen Worten also die Geschäfte auswärtiger Gemeinden zu besorgen.“

1899-09 Pasing Planung Trambahn Endestat

© Stadtarchiv München

Der erste Plan einer projektierten Trambahn nach Pasing stammt vom September 1899. Das Faszinosum dieser Planung ist eine elektrische Eisenbahn nach Pasing, denn die Staatsbahn ist noch Jahrzehnte von der Elektrifizierung ihrer Strecken von München über Pasing nach Augsburg entfernt. Der vorliegende Plan aus dem 19.jahrhundert sieht noch ein Stumpfgleis vor für die Triebwagen mit 2-Richtungsbetrieb.

1901-07 Trambahn Pasing Marienplatz Plan

© Stadtarchiv München

Die Planung vom Juli 1901 sieht nun schon eine Wendeschleife vor.

Zwölf Jahre zogen sich die Verhandlungen zwischen München und Pasing, das im Jahre 1905 mittlerweile zur Stadt erhoben worden war, hin. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielten schon damals die Kosten. Es wurde eine Terraingesellschaft gegründet, die als Betreiber der Strassenbahn zusichern musste, dass die Stadt Pasing keinerlei finanzielle Belastungen zu befürchten habe. Bau- und Betriebskosten würden von ihr übernommen, darüber hinaus wurde von dieser Gesellschaft zugesichert, dass die Stadt Pasing an zu erwartenden Überschüssen bis zu 10.000 Mark im Jahr erhalten werde. Diese Zahlungen sollten jedoch erstmalig nach 15 Jahren geleistet werden. Nach zähem Ringen konnten sich schließlich die Befürworter der Straßenbahn durchsetzen.