Ostbahnhof

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 1865 

© Stadtarchiv München

Am Ort eines damaligen Bauernhofs Kuisl entstand der Ostbahnhof: Kuisl ist ein im 19. Jahrhundert verbreiteter Familienname in Haidhausen.

Der Name "Ostbahnhof" wird oft fälschlicherweise von der Bayerischen Ostbahn hergeleitet. Der Bahnhof entstand zum 1. Mai 1871 mit der Strecke nach Neuötting über Mühldorf am Inn der Königlichen Bayerischen Staatsbahn. Am 15. Oktober 1871 folgte die Strecke nach Rosenheim. Das Gebäude wurde 1871 nach den Plänen des Hauptbahnhof-Architekten Friedrich Bürklein als "Braunauer Bahnhof in der Vorstadt Haidhausen" eröffnet und war seinerzeit ein repräsentatives Bauwerk der Neorenaissance mit Gusseisensäulen im Innern, Rundbögen am Eingang und einem prächtigen Brunnen auf dem Vorplatz, der inzwischen auf dem Weißenburger Platz steht. Oft ist er auch als "Bahnhof Haidhausen" auf Fotos genannt. Nach der Eingemeindung Haidhausens 1874 erhielt der Bahnhof zum 15. Oktober 1876 den Namen Bahnhof München-Ost. 1880 begann der Bau eines Zentralstellwerkes. 

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© Stadtarchiv München

Die gleiche Karte mit dem Straßennetz-Overlay von heute zeigt den Ort des zu bauenden Ostbahnhofs.

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 1869 

© Stadtarchiv München

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 1871 

© Stadtarchiv München

Mit dem Bau der Braunauer Eisenbahnbrücke schloss man den südlichen Ring um München und der Braunauer Bahnhof entstand. Wer im Hintergrund die Giesinger  Pfarrkirche Heilig Kreuz vermisst, die wurde erst 1882 gebaut und 1886 geweiht.

Das erste in den Archiven auffindbare Foto des Ostbahnhofs ist die Baustelle im Jahr 1869 abgelichtet. Im Vordergrund ist schon die Anlage des Bordeaux-Platz, direkt vor dem Bahnhofsgebäude noch der "Kuisel" zu sehen, im Hintergrund die Ramersdorfer Kirche.

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© Stadtarchiv München

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Das Franzosenviertel wurde geometrisch geplant und ergab eine Achse vom Ostbahnhof in Richtung Westen und ist so auch heute noch erhalten.

© Stadtarchiv München

Der Ostbahnhof ist fertig, jetzt müssen nur noch die frisch gepflanzten Bäume auf dem Bild von 1875 wachsen.

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Blick vom Bahnhofsgebäude Richtung Innenstadt: die Bebauung ist noch als übersichtlich zu bezeichnen. 

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Artikel aus den "Neuesten Nachrichten" 1876

© Stadtarchiv München

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Die Pferdebahn kommt nun auch zum Ostbahnhof: am 21.06.1878 wird die Strecke durch die Weißenburger Straße zwischen Rosenheimer Platz und Orleansplatz mit vorläufig nur einem Gleis in Betrieb genommen. 

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Das waren im 19. Jahrhundert die Planungszeiten: am 10 April 1877 beschließt der Magistrat, Gutachten zu dieser Strecke der Pferdebahn zum Ostbahnhof einzuholen und ein gutes Jahr später fahrt sie schon.

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Vom 12.8. bis 15.9.1882 wird eine zweigleisige Strecke zum Ostbahnhof vom Max-Weber-Platz kommend über die Milchstraße und die Wörthstraße zum Orleansplatz gebaut. Die Inbetriebnahme dieser zweiten Pferdebahnlinie zum Ostbahnhof erfolgte am 16.09.1882.

Der Stadtplan aus dem Jahr 1882  zeigt die beiden Pferdebahn-Linien, die nicht verbunden stumpf auf dem Orleansplatz enden.

1882_Östliches_Blatt_DE-1992-PS-SP-0007

© Stadtarchiv München

Das einzige vorhandene Foto aus dem 19.Jahrhundert vom Orleansplatz mit der Pferdetram-Wagen 58 bereit zur Abfahrt in die Stadt. 

Haidhausen)  Orleansplatz  (undat.)  (00

© Stadtarchiv München

Luftaufnahmen aus dem 19.Jahrhundert sich sehr selten: am 19.Juni 1889 überflog eine Ballon mit Plattenkamera ausgerüstet den Osten München und fotografierte den Ostbahnhof: im Vordergrund das Gaswerk am Stein ist heute der Betriebshof 2 der Trambahn.

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© Stadtarchiv München

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Der Gleisplan vom März 1885 zeigt die Strecke von der Linienstraße über die Rosenheimerstraße und die  Weissenburgerstraße bis zum  Orleansplatz undOstbahnhof

© Stadtarchiv München

Schon ab dem 10.11.1889 wird die eingleisige Pferdetrambahn-Strecke durch die Weissenburgerstraße durch eine neue Strecke durch die Rosenheimerstraße  und Orleansstraße zum Ostbahnhof zweigleisig ersetzt.

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Das Bild vom 26.06.1903 zeigt den Rosemheimerplatz und die Gleise nun in der Rosenheimerstraße und nicht mehr durch die Weissenburgerstraße links.

26.06.1903 Rosemheimerplatz DE-1992-FS-N

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Der Bahnhof-Vorplatz am Ostbahnhof im Jahr 1900 wirkt noch nicht  überlaufen, der Verkehr ist übersichtlich.

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Jetzt wird es elektrisch: ab dem 18.11.1899 wird die Strecke Strecke Rosenheimer Straße zwischen Rosenheimer Platz und Orleansstraße bis zum Ostbahnhof elektrisch betrieben. Am 17.7.1900 folgt die Strecke durch die Wörthstraße zwischen Milchstraße und Orleansplatz.

Im Jahr 1902 steht ein A-Wagen mit altem Pferdebahn-Anhänger auf der Orleansplatz vor dem Ostbahnhof. Die neue Schleife ist am 2.8.1902 hier in Betrieb gegangen. Auch das neue Stationshaus ist links zu sehen.

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© Stadtarchiv München

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© Stadtarchiv München

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© Stadtarchiv München

Bilder aus dem Jahr 1910 mal ohne und mal mit Laub: Trambahnverkehr vor dem Ostbahnhof und auf der Schleifenanlage auf dem Orleansplatz rundherum.

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© Stadtarchiv München

Der A1.1 Triebwagen 121 steht am Orleansplatz, vor ihm rechts ist noch ein Sommerwagen des Zuges vor ihm zu sehen. Der Glaspalast-Brunnen wanderte 1875 vom Glaspalast hierher zum Orleansplatz, - frühes Brunnen-Recycling quasi.

Ein schönes Filmdokument aus einem Lehrfilm für Trambahnfahrer und -Schaffner über die Abfertigung von Trambahnwagen, gedreht am Ostbahnhof.

Haidhausen)__Orleansplatz__(1914_vor)__(

© Stadtarchiv München

Das Stationshaus am Ostbahnhof ist die Kulisse für ein Gruppenfoto der Schaffner und Fahrer mit Triebwagen 136 im Jahr 1913, bevor dieses Stationshaus abgerissen wurde.

Im Jahr 1914 wurde dieses Stationshaus umgebaut & erweitert: das Bild vom 17.April 1914 zeigt das neue Stationshaus am Orleansplatz.

1914-04-17 Ostbahnhof Orleansplatz Stati

© Stadtarchiv München

© Archiv FMTM e.V.

Der Gleisplan der Münchner Trambahn aus dem Jahr 1920 zeigt das inzwischen deutlich angewachsene Trambahnnetz im Münchner Osten und die erste Ausbauphase der Schleifenanlage am Orleansplatz.

1924-07-19 - 22 Streckenplan zu Versuchs

© Archiv FMTM e.V.

75 Orleansplatz Ostbahnhof vor II Weltkr

© Archiv FMTM e.V.

Eine neue Strecke verbindet den Orleansplatz mit Berg-am-Laim: nach einer Bauzeit vom November 1925 bis 26. August  1926 ist am 15.9.1926 die Inbetriebnahme dieser Strecke durch die Orleansstraße zwischen Orleansplatz und Haidenauplatz und weiter nach Berg-am-Laim. Damit ist der vorläufige Vollausbau des Orleansplatz erreicht und die Schleifenanlage nochmals erweitert worden.

1941 wird für die Hauptstadt der Bewegung groß geplant: es soll prächtige Ausfallstrassen enormer Breite und komplett neuer Bebauung geben: in der Mitte die Rosenheimerstraße und der Ostbahnhof wird durch den neuen Zentralbahnhof auf Höhe der heutigen Donnersberger Bücke komplett ersetzt. Doch es kam alles anders....

1941_Planung_für_den_Ostbahnhof_DE-1992

© Stadtarchiv München

Im 2.Weltkrieg wird der Ostbahnhof 1944 als strategisches Ziel schwer zerstört, die Seitenflügel bleiben Ruinen und der Mittelbau wird notdürftig mit Betonstützen stabilisiert und wird noch bis Anfang der Achzigerjahre so betrieben.

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 1947 

1944 ostbahnhof DE-1992-FS-WKII-STR-2541

 1944 

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 1948 

Nachkriegszeit am Ostbahnhof

© Stadtarchiv München

© Stadtarchiv München

© Stadtarchiv München

Der Nachkriegs-Gleisplan der Stadtwerke/Verkehrsbetriebe zeigt den Platz unverändert. Doch München wird zur Weltstadt und zu den Olympischen Spielen wird nun die S-Bahn Stammstrecke vom Hauptbahnhof zum Ostbahnhof gebaut. Das ändert einige Linienwege rund um den Ostbahnhof. 

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Es kommt wieder Leben auf den Orleansplatz: die OLI-Lichtspiele zeigen im Jahr 1951 amerikanische Filme aus der großen Welt, heute "Diamantenjagd im Urwald". 

Gangster, die im Urwald nach einem Schatz der Nazis suchen, tarnen sich zu diesem Zweck als Gorillas (!); die Eingeborenen können sie damit hinters Licht führen, nicht aber den Wildhüter Dschungel Jim. B, gespielt von Jonny Weissmüller. Länge: 67 Min.

1951 Mai Oli, Lichtspieltheater OLI am O

© Stadtarchiv München

Die Linie mit dem Testwagen für 3-Achser-Umbau als L-Tw 761 + zwei e-Bw auf der Kreuzung Rosenheimer-/Orleansstraße einwärts am 14.2.1951

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© Archiv FMTM e.V.

Umleitung wegen der S-Bahnbaustelle in der Rosenheimer Straße: ab 8.3.1969 wird die Umleitungsstrecke durch die Weißenburger Straße ab Rosenheimer Platz über den Weißenburger Platz und weiter über die Lothringen Straße bis zurück zur Orleansstraße als temporäre Umleitung in Betrieb genommen. Erst am 28.5.1972 zur Eröffnung des S-Bahnbetriebs wird diese Umleitungsstrecke wieder aufgelassen und die Schienen abgebaut.

Nachdem ab dem 10.11.1889 die Pferdetram vom Weissenburger Platz verschwand, gibt es ein Comeback ca. 80 Jahre später: der M5-Tw 2508 + m5-Bw 3504 auf der Linie 19 am 15.5.1972 am Weißenburger Platz einwärts.

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© Archiv FMTM e.V.

Die Linie 19 auf der Umleitungsstrecke mit dem  J2-Tw 723 + i2-Bw 1562 in der Lothringer Straße einwärts am 15.5.1972

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