Reichenbachbrücke

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Bereits im Jahre 1832 wurde vom damaligen Stadtbaurat Karl Muffat an der Stelle der heutigen Reichenbachbrücke eine Holzbrücke mit 15 Jochen errichtet, um die Vorstadt Au mit München zu verbinden.

Nach dem Einsturz eines Jochs 1840 wurde 1842/43 ein von Muffat und dem Architekten Friedrich von Gärtner entworfener Neubau errichtet, der alle folgenden Hochwasser überstand, zum Erstaunen aller sogar das Jahrhunderthochwasser vom September 1899, dem die eiserne Bogenhausener Brücke und die Luitpoldbrücke zum Opfer fielen.

Dammbruch bei der Fraunhoferbrücke (heute: Reichenbachbrücke) am 13. Sept. 1899 beim Hochwasser von 1899. Ansicht des linken Isarufers von Nordosten. Im Hintergrund ist die noch in Bau befindliche Kirche St. Maximilian mit unvollständigen Türmen zu sehen.

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© Stadtarchiv München

Die Holzbrücke wurde jedoch den Verkehrsanforderungen nicht mehr gerecht. Außerdem wurden die Wünsche der Bevölkerung nach einer direkten Brückenverbindung zwischen dem Mariahilfplatz im Zentrum der Au und der Innenstadt immer deutlicher. Die Stadt schrieb daher den Neubau der Reichenbach- wie auch der Corneliusbrücke aus. Den Zuschlag erhielt die schon mit dem Neubau der Luitpoldbrücke befasste Firma Sager & Woerner,

Blick auf die Reichenbachbrücke im Jahr 1900 mit der gerade fertiggestellten St. Maximilians Kirche

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Im Juli 1887 plante man schon auf der hölzernen Reichenbachbrücke eine Gleislage für eine Isarüberquerung der Trambahn.

Die Ausgangslage am 3.Juni 1902: die Verschiebung der hölzernen alten  Reichenbachbrücke ist soweit vorbereitet. Die Schaulustigen drängen sich an den Bauzäunen.

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Der Bau der neuen Brücke begann im Sommer 1902. Da sie genau an derselben Stelle wie die alte entstehen sollte, der Verkehr über die Isar aber aufrechterhalten werden musste, wurde die alte Holzbrücke 25 m nach Süden verschoben. Man zog man die Holzbrücke auf 14 cm dicken Eisenkugeln auf leicht abschüssigen Gleitbahnen an ihren neuen Standort.

Um 5 Uhr nachmittags am Dienstag, den 3.Juni 1902, begannen 250 Arbeiter die Reichenbachbrücke auf vorbereiteten Holzunterbau auf 14cm dicken Eisenkugeln mit Winden Richtung Süden Isar-aufwärts zu ziehen. Gut sieht man hier die Trambahnschienen in der Brückenmitte.

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Es dauerte genau 24 Stunden und am Mittwoch, den 4.Juni 1902 war die Brücke genau 25m verschoben, - genügend Platz, um die neue steinerne Reichenbachbrücke zu bauen.

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Am neuen Standort angekommen, liegen unten schon die Schienen bereit, um die unterbrochene Trambahnverbindung wieder in Betrieb nehmen zu können. 

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Diese Holzbrücke wurde 1903 abgetragen und als Notbrücke zur Wittelsbacher Brücke ein paar hundert Meter weiter Isar-aufwärts gebracht.

Solche Ereignisse waren ein guter Grund, Ansichtskarten von diesem Ereignis zu drucken. Daher ist auch diese Brückenbaustelle so gut dokumentiert. Blick von der Au in die Fraunhoferstraße.

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Die Gestaltung der mit Muschelkalksteinen verkleideten Betonbrücke übernahm Friedrich von Thiersch, die Konstruktion und den Bau die Firma Sager & Woerner. Die Brücke wurde am 17. Juli 1903 dem Verkehr übergeben, anschließend wurden die Wappen der Stadt München und des Landes Bayern sowie die Reliefs an den Pfeilern angebracht.

Unser Bild kommt aus dem Jahr 1929 und zeigt die Reichenbachbrücke in Betrieb mit einem Triebwagen Richtung Innenstadt.

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