Die offenen Münchner Pferdebahnwagen (Sommerwagen)

Der Pferdebahnbetrieb ging 1876 ausschließlich mit geschlossenen Wagen aus belgischer Produktion los. Die Sommerwagen, die ein einfacheres Ein- und Aussteigen ermöglichten, gingen erst im Folgejahr in Betrieb.

Ab dem 25.Februar 1878 gingen die ersten 6 offenen Sommerwagen auf der Münchner Pferdebahn in Betrieb. Sie hatten 20 Sitzplätze und 14 Stehplätze. Sie wurden von der belgischen Firma Henry Plas in Curegham bei Brüssel gebaut. Am 1.August 1882 kamen zehn offene Sommerwagen dazu für die ab da neu geschaffenen Strecken. Ab dem 30.Juni 1883 wurde die Zahl von 31 Sommerwagen erreicht.  Bis zum Juni 1891 wurden über hundert dieser Wagen auf den Linien der Münchner Pferdebahn eingesetzt. Ende Juni 1895 war dann der Höchststand bei den offenen Sommerwagen mit 137 Stück erreicht.

Die offenen Pferdebahnwagen erhielten 1894 gestreifte Wetterschutzvorhänge.

Ab dann wurden die Wagen nach und nach mit den wegfallenden Pferdebahnbetrieb und aufkommenden elektrischen Betrieb die Wagen als Beiwagen für die Elektrische benutzt. Das war nicht unproblematisch, da diese Wagen nicht mit dem Triebwagen gebremst werden konnten und somit passiv vom Triebwagen gebremst werden mussten, was die Kupplungen sehr belastete und wenig Sicherheit bot. 

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Dieses Foto und die Skizze zeigen schon die Umbau-Phase dieser Sommerwagen zu Beiwagen der Elektrischen: ab beiden Enden sind die Trompetenkupplungen montiert. Weitere Umbauten gab es an den Wagen vorerst nicht. Die neuen Beiwagen bekamen die Typenbezeichnung o2.41 und o3.41.

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Aus 7 offene Pferdebahnwagen entstanden 1904/05 die Arbeitsbeiwagen 7, 21-23, 26, 27 und 30.

Das Bild von 1916 zeigt den ehemaligen Sommerwagen umgebaut zum Arbeits-Beiwagen 22 Typ q1.

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