Freimanner Platz

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© Archiv FMTM eV.

Die Vorgeschichte

Der wachsende kriegswichtige Arbeiterverkehr zwang zu Erweiterungen des Netzes zu den neuen, im Zuge des Hindenburg-Programmes errichtete Waffen- und Munitionswerk Krupp in Freimann. Die Planungen sahen vor, die Krupp-Geschützwerke (heute DB Ausbesserungswerk) jenseits des Eisenbahn-Nordring anzubinden, was aber in Kriegszeiten mit Mangelwirtschaft schwer war. Die Verlängerung durch die Unterführung bis zu einer Schleife vor dem Rüstungswerk der Fa. Krupp war 1918 im Bau. Die bereits neben der Baustelle liegenden Schienen mussten jedoch nach Kriegsende gemäß dem Versailler Vertrag an Frankreich abgeliefert werden. Ausserdem erübrigte sich der Grund des Linien-Baus, denn die Krupp-Geschützwerke unterlagen ebenfalls den Reparationszahlungen und das Invertar verschwand.

Am 22.09.1917 ist in Freimann der Bau der Krupp Geschützwerke Freimann voll im Gange. Nach dem 1.Weltkrieg wird daraus des Ausbesserungswerk der Reichsbahn und später Bundesbahn.

Die Verlängerung der Trambahn Linie 6 zum Freimanner Platz war einer der ersten Trambahnerweiterungen Anfang der 60er-Jahre, wo die Trambahn dem Straßenverkehr ausweichen musste, es folgen wenig später die Unterführungen auf der Strecke nach Fürstenried und der Petueltunnel, beide für die Linie 8 damals. Der Verkehr auf der Ungererstraße damals war durchaus übersichtlich. Ab dieser Eisenbahnunterführung beginnt die Freisinger Landstraße.

Mit einem Tunnel ging es unter dem Frankfurter Ring, der Max-Valier-Strasse und dem Eisenbahn-Nordring hindurch und elegant geschlungen unter dem ebenfalls gerade erst fertiggestellten Tatzelwurm durch zum Freimanner Platz. Heute benutzt genau diese Trasse die U6 bei ihrer oberirdischen Fahrt von Studentenstadt nach Freimann und weiter nach Kieferngarten.

© Archiv FMTM eV.

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Die Eröffnungszüge am 16. Juni 1962 mit Blaskapellen-Wagen auf dem Weg der neuen Strecke nach Freimann-Nord. Der Verkehr auf der Nürnberger Autobahn war durchaus übersichtlich. Heute stehen genau hier meterhohe röhrenförmige Schallschutzwände an der U-Bahnstrecke.

 1958 

© Robert Kocaurek

 1960 

Der nette junge Mann auf dem Bild bin ich im Jahr 1960 auf dem Rohbau des Tatzelwurms und ich erkläre meiner Schwester den Fortgang der Bauarbeiten.

 1909 

Eine kleine Zeitreise: das historische Bild ist aus dem Jahr 1909 und zeigt den Bau des Eisenbahn-Nordrings und ist genau an der gleichen Stelle wie das Bild rechts von 1956 aufgenommen: das Haus hinter dem LKW stand noch bis 1961. Die Eisenbahnbrücke, oben als Baustelle, dann als Stahlbrücke, musste 1961 für die Trambahnstrecke erweitert werden und wurde in Stahlbeton ausgeführt.

 1961 

© Joachim Novak

 1956 

Der Tazelwurm   (das Bauwerk, nicht die Trambahn)

Das Autobahnende der Autobahn von Nürnberg nach München war jahrelang ein Kreisverkehr in Höhe der Heidemannstraße und die Lincolnstraße führte bis zur Situlistraße und weiter in die Stadt. Im Rahmen des großen Verkehrsplans Anfang der 60er-Jahre wurde die Verlängerung über ein großes Autobahn-Überführungswerk, den Tazelwurm, bis zur Schenkendorfstraße, dem späteren Mittleren Rings, gebaut. Gleichzeitig wurde die Trambahn zum Freimanner Platz verlängert und die Schleife in Freimann verschwand.

 

© Archiv FMTM eV.

16. Juni 1962, Eröffnung der Trambahn nach Freimann Nord

© Archiv FMTM eV.

Hier am Freimanner Platz hatte die Trambahn Linie 6 ihre grösste Ausdehnung nach Norden. Sie wurde knapp 10 Jahre später durch die U6 ersetzt. die in der ersten Ausbaustufe erst mal nur von Kieferngarten (gleich um die Ecke) zum Goetheplatz fuhr.

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Die Eröffnungsfahrt der Linie 6 von Freimann zum Freimanner Platz am 16.6.1962 im Bild & Film: der D-Tw 497 + Sommerwagen 58 auf der Eröffnungsfahrt zum Freimanner Platz. 

© Stadtarchiv München

© Archiv FMTM eV.

Bildervergleich der gleichen Perspektive am gleichen Ort: Standort ist der Bahnsteig des heutigen U-Bahnhofs Freimann Blickrichtung nach Norden: einmal 1933 mit der Lincolnstraße, dem Zubringer zur gerade fertiggestellten Nürnberger Autobahn und rechts 1963 mit einem Wagen der Linie 6. Ein guter Bezugspunkt ist das Haus mit dem auffälligen Erker im Hintergrund.

Heute läßt dieser Ort eine gewisse städtplanerische urbane Wärme vermissen.

Am 1.7.1965 wurde diese Trambahn-Strecke durch die Ungererstraße ab Echinger Straße (Schleife Nordfriedhof) bis zur Schleife Freimanner aufgelassen wegen dem Bau der U-Bahnlinie U6 auf der identischer Trasse. Damit ist der Freimanner Platz vermutlich die Schleife mit dem kürzesten Lebenszeit.

Linienchronik für den Freimanner Platz

Die Linie 6 war alleiniger Platzhirsch am Freimanner Platz vom 16.06.1962 bis zur Stilllegung am 1.7.1965.

© Archiv FMTM eV.

U-Bahnhof Freimann

Bei seiner Eröffnung verfügt der Bahnhof nur am Nordende über einen Zugang, der über eine Fahr- und Festtreppe mit dem darunterliegenden Sperrengeschoss und der Oberfläche westlich der U-Bahn-Strecke verbunden ist. Zur Ostseite existiert kein Zugang, da hier unmittelbar die A9 anschließt. 

Der im Jahr 2009 eröffnete Südzugang ist über Treppen sowie Liftanlagen mit einem die U-Bahnstrecke überquerenden Fußgängersteg verbunden, der wiederum an eine Autobahnunterführung angeschlossen ist.

 

Der Weg auf die östliche Autobahnseite ist nun also auch ohne langen Umweg über den Nordkopf des Bahnhofs möglich.

Etwa 2/3 der Bahnsteiglänge von Norden her sind überdacht, darunter befinden sich diverse Sitzgelegenheiten und Fahrgastinformationsvitrinen sowie pro Gleisseite zwei Zugzielanzeiger.

Der Planungsname dieses Bahnhofs war "Harnierplatz", der nur wenig entfernt vom nördlichen U-Bahnausgang liegt. 

Der Bahnhof Freimann war bis ins Jahr 2009 der einzige Münchner U-Bahnhof, der nicht barrierefrei erreichbar war. Der barrierefreie Umbau wurde allerdings im Jahr 2006 begonnen. In einem ersten Schritt wurde der alte Bahnsteigbelag abgetragen und der darunterliegende Beton saniert, hierzu wurde der Bahnhof über die Sommerferien gesperrt.

Im Sommer 2007 wurde zeitgleich die Sanierung des Daches und der Bau einer neuen Fußgängerbrücke mit Aufzügen im Süden des Bahnhofes gestartet. Der Bau des neuen Südzugangs dauerte etwa 2 Jahre, nach dessen Fertigstellung wurde der alte Nordzugang renoviert. Dabei wurde auch das Sperrengeschoss umgebaut und etwas vergrößert.

Der Südzugang besteht aus einer Fußgängerbrücke, die mit dem Bahnsteig sowie der Umgebung östlich und westlich der U-Bahnstrecke über jeweils eine Festtreppe sowie einen Aufzug verbunden sind. Der südliche Bahnsteigbereich sowie die neue Zugangsbrücke ist jedoch nicht überdacht.

© Florian Schütz

© Text: Florian Schütz | u-bahn-muenchen.de

© Reinhold Kocaurek

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