Eingleisungsfahrzeuge

Entgleisungen sind so alt wie die Trambahnen. Also sind Eingleisungs-Fahrzeuge auch schon früh im Fuhrpark der Trambahn. 

Die Fahrzeuge waren über die Jahren immer gleich ausgerüstet: Handkurbel- oder Hydraulik-Hebewerke, ein Hilfsgestell und viel Werkzeug und Fingerspitzengefühl.

Entgleisung des Tw 542 in der Fraunhoferstraße 1937: Fahrschalter gegen Bankschalter

Portrait eines Eingleisungswagen vom  3.6.1925. Dabei ist der Wagen auch gleich so aufgebaut, dass er auf Längsbänken das notwendige Personal mit an den Einsatzort bringt.  Sehr akurat aufgeräumt und beschriftet kommt der Rüstwagen-Teil an der Heckseite des Eingleisungswagen daher: vom Ölkännchen bis Petroleumlampe hat alles seinen Platz.

Im Oktober 1955 präsentiert sich ein Eingleisungswagen im Einsatz. Mit Eingleisungswagen wurden entgleiste Wagen entweder wieder in die Schienen gehoben oder bei Defekt am Rad, dessen Aufhängung oder anderer Probleme, wurde die Achse auf ein Hilfswagerl umgelagert. Dazu musste die Trambahn vorsichtig so weit angehoben werden, bis das Hilfslaufwerk drunter passte und die Tram abgeschleppt werden konnte. Der Eingleisungswagen hier hat dieses Hilfslaufwerk bereits dabei.

Stolz zeigt der Werkstattmeister das Innenleben dieses Wagens: wieder war das Hilfsfahrgestell an Bord und jede Menge Werkzeug und Hubgeräte. Man braucht sehr viel Fingerspitzengefühl bei der Arbeit mit vielen Tonnen Stahl und den Tücken der Objekte.

Schon kompakter und wendiger kommt der neue Eingleisungswagen im November 1958 daher. Er heisst jetzt "Entstörungswagen", hat aber die gleichen Aufgaben wie seine Vörgänger: der Trambahnbetrieb nicht länger wie unbedingt nötig aufzuhalten, wenn mal eine Trambahn entgleiste und einen Defekt am Fahrwerk aufwies.

Auch 1969 war das Eingleisungs-Prinzip das gleiche, nur die Fahrzeuge, die dazu genutzt wurden, wurden immer moderner. Ein moderner Mercedes-Benz L319 war das Basisfahrzeug für das benötigte Werkzeug und Ersatzteile. 

Älteren Damen sollte man als Kavalier über die Strasse helfen: der Unfallhilfswagen 2950 zieht den 490er am 10.Oktober 2015 über die Ostfriedhof-Weichenstrasse, weil die Oberleitung zu diesem Zeitpunkt noch nicht technisch abgenommen war.

Während über die letzten 100 Jahre die Eingleisungsfahrzeuge deutlich immer kleiner wurden, präsentiert sich heutige liebevoll "Bergepanzer" genannte LKW der MVG doch recht massiv im Auftritt. Aber er kann auch viel mehr: er ist sowohl gummibereift auf der Strasse unterwegs und kann als Zwei-Wege-Fahrzeug konzepiert auch auf Schienen fahren. Das ist besonders wichtig in einer Stadt wie München, wo sich Schienen auf Strassen und Hochgleise doch recht oft abwechseln. Bemerkenswert bei dem Muskelprotz ist auch, dass er nicht in den Schienen geführt wird und mit den Reifen angetrieben wird, sondern er hat angetriebene Radsätze, die er wahlweise ablassen kann und sich selbst damit aufbocken kann. 

© Archiv FMTM eV.

© Reinhold Kocaurek

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