Die Münchner Pferdebahn von 1882 bis 1890

Die „Münchner Trambahn-Actien-Gesellschaft“ konstituierte sich am 27. Juli
1882 mit einem genau festgelegtem Vertragswerk.194 Durch vorangegangene
Verhandlungen mit dem belgischen Unternehmen erreichte die Münchner
Gesellschaft eine vollständige Übernahme der bestehenden belgischen. Man
erwarb das Geschäft für 4.000.000 Mark und erhielt die gesamten
Bahnanlagen, Immobilien, Pferde und Wagen, sowie die Kaution in Höhe von
44.000 Mark. Der Vertrag trat am 1. August 1882 in Kraft und war bis zum 1.
Juli 1907 begrenzt.195 Als Direktor berief die Gesellschaft den Italiener
Herkules Graziadei. Später übernahm der Ingenieur Georg Hippe, der bereits
seit dem Jahr 1877 dem Unternehmen angehörte, die Direktionsgeschäfte.
Den Vorsitz im Aufsichtsrat hatte bis 1885 der Kaufmann Gerdeißen und
danach bis 1907 der Justizrat Th. Riegel inne.

Selbstverständlich schlugen sich die wachsenden Einwohnerzahlen in der
Nutzung der Pferdebahnen nieder. Im Geschäftsjahr 1883/84 beförderte die
Bahn 9.462.890 Personen, im Jahr 1884/85 9.865.542 Personen. Dies ist ein
Zuwachs innerhalb eines Geschäftsjahres von 4,3 Prozent.175 Die
Einnahmen der Pferdebahnlinie beliefen sich im Jahr 1884/85 auf 1.035.639
Mark, die der Dampftram auf 89.845 Mark