Schörling

Der Name der Firma Schörling taucht in München erstmals mit der Beschaffung des ersten neuen Schienenschleif- und Reinigungswagen SR 1.57 im Jahr 1950 auf. Der Ingenieur Heinrich Schörling war von 1897 bis 1920 bei der Straßenbahn AG Hannover, der heutigen ÜSTRA, im Fahrzeug- und Sonderfahrzeugbau sowie der Reparatur beschäftigt. Schon um die Jahrhundertwende entwickelte Schörling die ersten Schienenreinigungswagen bei der Straßenbahn AG Hannover. Auf Grund seiner großen Erfahrungen auf diesem Gebiet gründete er dann 1920 seine eigene Firma Schörling GmbH & Co. Waggonbau. Schörling begann sofort mit dem Bau von Schienenreinigungs- und Schleiffahrzeugen, die die damals noch meist händische Schienenpflege enorm rationalisierte. Man denke nur an die ursprünglich beschäftigten „Trambahnritzenreinigungsfrauen“, die es in München sogar zu einer gewissen Berühmtheit gebracht haben. Auch Kurvenschmier- und Sprengfahrzeuge für Trambahnen (die damals neben dem Gleiskörper noch oft unbefestigten Straßen wurden zur Staubbindung mit den Sprengwagen benässt) gehörten zum Lieferumfang. Ab den dreißiger Jahren kamen dann Straßenreinigungsfahrzeuge dazu, die teilweise mit Spurwagen ausgerüstet, auch bei der Gleisreinigung eingesetzt werden konnten. Es waren die ersten Vorläufer der heute für Gleiswartung, Pflege sowie im Fahrleitungsbau fast ausschließlich eingesetzten Zweiwegefahrzeuge, die Schörling dann nach dem Krieg auf LKW-Fahrgestellen perfektionierte. Nach dem Krieg weitete Schörling seine Produktpalette auf alle Formen der Kommunalfahrzeuge aus und auch für Trambahnen wurden Servicefahrzeuge für Weichenpflege, Oberleitungsmontage und Revisionsfahrzeuge gefertigt. Bekannt sind u.a. auch die Schörling-Pressmüllfahrzeuge für die Müllabfuhr. Da bei den Schienenbetrieben der Trend immer mehr zu Zweiwegefahrzeugen für Wartung und Pflege ging, waren dann die Straßenfahrzeuge bei weitem das wichtigste Produktfeld. Alle Schörling-Produkte hier aufzuführen würde den Rahmen dieser Rubrik bei weitem sprengen, da Schörling auf dem Sektor Kommunalfahrzeuge international oft Vorreiter war.

Nach der Insolvenz der Firma Schörling übernahm 1994 die Schweizer Firma Bucher Beteiligungs-GmbH, ebenfalls auf Kommunalfahrzeuge spezialisiert, die Firma. Als  Bucher-Schörling GmbH wurden weiterhin alle Formen von Kommunalfahrzeuge hergestellt. Da die Firma Bucher noch weitere Beteiligungsfirmen besaß, wurde 2014 das Firmengeflecht neu geordnet und unter der neuen Firma Bucher Municipal zusammengefasst, der Name Schörling entfiel damit endgültig. Allerdings ist im früheren Schörling-Werk  in Hannover in der Schörlingstraße bis heute ein Standort für Kehrfahrzeuge der Firma Bucher Municipal angesiedelt.

Ein Mitarbeiter der Firma Schörling, Herr Brock, hat sich nach der Insolvenz der Firma Schörling und der Aufgabe des Baus von Zweiwegschienenfahrzeugen durch die Firma Bucher-Schörling mit dem Bau der Spezial- und Zweiwegfahrzeuge im Jahr 1997 unter dem Namen Schörling-Brock GmbH selbständig gemacht. Von der Firma Schörling-Brock hat die MVG u.a. ihren neuen Zweiweg-Unfallhilfswagen UHW 2950 beschafft. 2007 ging auch diese Firma in die Insolvenz und wurde dann als SBZ Schörling-Brock Zweiwegetechnik GmbH neu gegründet. 2009 von der holländischen Firma Hilton übernommen, fertigt sie unter dem Namen Hilton Kommunal GmbH am Standort Gehrden weiter diese Spezialfahrzeuge.

Eine weitere Abspaltung der Schörling-Brock GmbH war 2007 die Firma Schoerling Rail Tech GmbH. Sie hatte sich auf die Fertigung von Schienenfahreinrichtungen für Zweiwegfahrzeuge spezialisiert. Wegen des speziellen Fertigungsspektrums übernahm dann die ZWEIWEG International GmbH & Co. KG ab 1. Januar 2018 die Firma Schoerling Rail Tech GmbH. ZWEIWEG International GmbH & Co.KG ist eine Tochter der ZAGRO Group, bei der u.a. auch die Lokomotivfabrik Gmeinder aus Moosbach/Baden eingegliedert ist. Die Firma ZAGRO ist ein mittelständischer Hersteller von Zweiwegfahrzeuge in Bad Rappenau, die Firma ZWEIWEG ebenfalls ein Hersteller von, wie der Name schon sagt, Zweiwegfahrzeugen, die wieder auf die Rosenheimer Firma Beilhack zurückgehen.

Die oben gemachten Angaben zur ursprünglichen Firma Schörling sind ein Auszug aus den dankenswerter Weise von Herrn Peter Stemwedel zur Verfügung gestellten Unterlagen zur dieser Firma, da im Internet nur sehr unvollständige Informationen zu Schörling greifbar sind. Herr Stemwedel hat uns auch einige teilweise bisher unbekannte Bilder von Schörling-Fahrzeugen für München zur Verfügung gestellt.

Unser Wagen 34 kommt von der Firma Schörling

Das Kurven-Schmieren war lange Handarbeit von Kurvenschmierinnen, bis sie von diesem flotten Gefährt abgelöst wurden, dem Kurvenschmierwagen. 

Autor: Dieter Kubisch FMTM eV.

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