Siemens

1847 gründete er zusammen mit Johann Georg Halske die Firma Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske in Berlin. Auf diese Firma geht die heutige Siemens AG zurück. Die Firma Siemens & Halske stellte auf der Berliner Gewerbeausstellung 1879 dann die erste elektrische Eisenbahn der Welt vor, die damals jedoch noch mehr einer Jahrmarktsbelustigung entsprach. 1881 entwickelte Siemens daraus die erste elektrische Straßenbahn in Groß-Lichterfelde (heute Berlin-Lichterfelde) und 1882 den ersten O-Bus, damals als Elektromote bezeichnet, ebenfalls in Berlin. Seit dieser Zeit war Siemens & Halske immer an der Entwicklung und dem Bau moderner Elektrolokomotiven und Trambahnen beteiligt. Schon 1883 hatte Siemens & Halske die erste elektrische Überlandtrambahn von Mödling nach Hinterbrühl bei Wien erbaut. In einem ersten Konzentrationsprozeß der Elektroindustrie gliederte Siemens & Halske 1903 seine Starkstromaktivitäten zusammen mit der Nürnberger Firma  Elektrizitäts-AG vormals Schuckert & Co. in die neue Firma Siemens-Schuckertwerke SSW ein. Siemens & Halske war fortan für die Schwachstromtechnik verantwortlich. Schon früh begann Siemens einzelne Bereiche in spezialisierte Tochterfirmen auszugliedern, wie z.B. Osram für Beleuchtungskörper. Andererseits stieg Siemens auch in weitere Geschäftsfelder ein, wie z.B. in den Hoch- und Tiefbau mit der Siemens-Bauunion oder den Siemens-Flugmotoren. Nachdem die Siemenszentrale nach dem Krieg in Berlin von den in Westdeutschland verbliebenen Werksteilen abgeschnitten war, wurde die Zentrale nach München und teilweise nach Erlangen verlegt. Ähnlich, wie im Vorkriegsberlin entstand auch in München ein eigener Siemensstadtteil Siemensstadt, an die heute jedoch nur noch der Haltepunkt der S 7 und S 20 sowie der BOB und die U-Bahnstation erinnert. Siemens begann Ende des 20ten Jahrhunderts seine Bahnaktivitäten durch Zukäufe abzurunden. So kaufte Siemens 2002 die bekannte Firma DUEWAG zusammen mit dem dazugehörigen Werk Uerdingen und konzentrierte dort seine Trambahnaktivitäten. Leider waren diese mit dem dort entwickelten Niederflurfahrzeug Combino nicht mit Erfolg gekrönt. Durch massive Festigkeitsprobleme der mit einem neuen Verfahren gefertigten Alluminiumwagenkästen, musste Siemens nach wenigen Einsatzjahren bei allen bereits gelieferten Trambahnen dieses Typs sämtliche Wagenkästen erneuern. Seitdem wurde die Fertigung neuer Trambahnen ins Werk Wien verlagert, das Siemens durch Übernahme der österreichischen Simmering-Graz-Pauker Werke SGP erworben hatte. Die Fahrgestelle kommen dazu aus dem Siemenswerk Graz, auch eine ehemalige Fertigungsstädte von SGP.

Die Münchner Trambahn beschaffte schon für die zweite Bauserie der A 2.2 Triebwagen auch von Siemens-Schuckert Werke SSW elektrische Ausrüstungen. Bis zu den P-Wagen waren in Münchner Trambahnen immer wieder Elektroausrüstungen auch von SSW eingebaut. Im Bereich der  elektronischen Fahrschaltersteuerungen konnte sich in München die Siematic von Siemens jedoch auf Dauer nicht gegen das Konkurrenzprodukt Geamatic von AEG durchsetzen, obwohl die Siematic auch in München bei M- und P-Wagen erprobt worden war. Die ersten beiden Prototypen der Baureihe R 1.1 mit Nr. 2701 und 2702 besaßen die elektrische Ausrüstung von Siemens, während der dritte Prototyp von AEG ausgerüstet wurde.

Größer eingestiegen ist Siemens Mobility ins Trambahngeschäft in München erst mit den neuen Avenio-Triebwagen. Sie sind eigentlich eine Weiterentwicklung der Adtranz  R 3.3 mit Fahrwerken des Typs Combino von Siemens. Gefertigt werde sie im neuen Siemenswerk Wien mit Fahrwerken aus Graz. Nach den neuesten Meldungen, dass Siemens seine Schienenfahrzeugsparte, zu der auch die ehemalige Münchner Lokomotivfabrik Krauss-Maffei in Allach gehört, mit der Schienenfahrzeugsparte des französischen Alstom Konzerns verschmelzen will, darf man auf die weitere Entwicklung gespannt sein. Alstom fertigt die weltweit sehr erfolgreichen Trambahnen des Typs Citadis, die bereits in Australien, China, Südamerika, Nordafrika, Russland, Türkei, und viele Staaten Westeuropas im Einsatz sind. Ob sich gegen diese Übermacht der Siemens Avenio, der bisher neben München nur in Den Haag, Doha, Hauptstadt des Emirats Katar, und Bremen eingesetzt bzw. bestellt ist, durchsetzen kann, wird künftig sehr spannend sein. Da Alstom keine meterspurigen Trambahnen fertigt, dürfte der auf dem Combino basierende Avenio M, wie in Ulm bestellt, nicht gefährdet sein.

© Siemens Mobility

© Siemens Mobility

Die Siemens Firmengeschichte ist ja auch gleichzeitig die Geschichte des Erfinders elektrischer Schienenfahrzeuge und elektrischer Trambahnen. Ernst Werner Siemens, 1816 in Lenthe im damaligen Königreich Hannover geboren, beschäftigte sich schon früh als Erfinder und Industrieller mit der Elektrotechnik. Er entdeckte 1866 das elektrodynamische Prinzip, womit der Einstieg in die Starkstromtechnik gelang.

Werner von Siemens

Aus dem Logo von 1850 wurde 1899 das bis heute bekannte Siemens-Logo per eingetragenem Warenzeichen mit Urkunde. Heute gibt es nur noch den Schriftzug mit genauen Regeln.

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Autor: Dieter Kubisch FMTM eV.

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