Linke-Hofmann-Lauchhammer Breslauer Waggonfabrik

Für ein gerade heute wieder aktuelles Projekt eines Hybridtriebwagens für Oberleitungs- und Batteriebetrieb konnte München 1895 die Fa. Breslauer Aktiengesellschaft für Eisenbahnwaggonbau (kurz: Breslauer Waggonfabrik) aus Schlesien gewinnen. Der Schlesische Stellmacher (Kutschenbauer) Gottfried Linke übernahm 1834 die väterliche Stellmacherei in Breslau und erweiterte sie 1839 zur Wagenbauanstalt Gottfried Linke. Hauptprodukt waren damals Eisenbahnwagen. Nach seinem Tod 1867 führten seine Söhne die Firma als G. Linkes Söhne Waggonfabrik Breslau  weiter und bauten sie aus. 1897 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt hieß die Firma jetzt Breslauer Aktiengesellschaft für Eisenbahnwaggonbau. Diese lieferte dann die drei Z 3.- Triebwagen mit Zusatzbatterien für oberleitungslosen Betrieb nach München. Allerdings bauten die Breslauer keine eigenen Fahrwerke, sondern kauften die Fahrgestelle von der UEG zu. Wie mit den anderen UEG-Fahrgestellen waren die Münchner auch hier nicht zufrieden und ersetzten sie schon 1906 durch Fahrgestelle des amerikanischen Herstellers J.G. Brill Company.

1912 schloss sich die Firma mit dem Breslauer Konkurrenten Eisenbahnwagenbauanstalt und Spritzenfabrik Gebr. Hofmann zu den Linke-Hofmann Werken, Breslauer Aktiengesellschaft für Eisenbahnwagen, Lokomotiv- und Maschinenbau zusammen.

1923 wurde noch die Firma Aktiengesellschaft Lauchhammer übernommen, worauf sich der Firmenname in Linke-Hofmann-Lauchhammer Aktiengesellschaft änderte. Von diesem Hersteller bezog dann die Münchner Tram 1925/26 die Maximum-Triebwagen E 2.8 mit den von MAN Nürnberg entwickelten Pressblech-Maximumdrehgestellen des Typs .8.

Das waren die letzten aus Breslau bezogenen Wagen für München.  Nach weiteren Zukäufen anderer Werke, aber auch Verkäufen einiger Bereiche, befand sich die Firma nach Kriegsende in Polen. Dort wurde sie verstaatlicht und ab 1953 als PAFAWAG geführt, war aber weiterhin bedeutender Hersteller von Schienenfahrzeugen. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks kaufte Adtranz 1997 die Firma und so gelangte sie 2001 zu Bombardier Transportation. Noch heute werden bei Bombardier in Breslau Rohbauwagenkästen für Bombardier Trambahnen gebaut.

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