FREMD-TRIEBWAGEN

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Da sich der Bestand an betriebsfähigen Fahrzeugen durch Bombenangriffe und weitere Kriegsfolgen immer weiter verringerte, wurden München ab 1943 gemäß dem Reichsleistungsgesetz Fahrzeuge anderer Städte zugewiesen. Da die zugewiesenen Fahrzeuge nicht in das Münchner Bezeichnungsschema passten, wurden die Triebwagen zuerst unter der Bezeichnung X1 bis X8, die Personenbeiwagen unter x1 bis x5 und die Arbeitsbeiwagen unter y1 bis y2 gelistet.

Aus anderen deutschen Städten kamen nach München: 10 Triebwagen aus Kattowitz als X2 (die erste 1941/42 aus Nürnberg nach Kattowitz versetzt worden waren), 5 Triebwagen aus Dresden als X4, 10 Beiwagen aus Kattowitz als x2 (ex Nürnberg), 5 Beiwagen aus Dresden als x4, 5 Beiwagen aus  Leipzig als x5 (die jedoch in München nicht eingesetzt sondern vermutlich gleich weitergegeben wurden), und 3 Sommerwagen aus Stettin als y1, die sofort zu Niederbordbeiwagen umgebaut wurden. Da von den 10 ex Nürnberger Triebwagen noch 1943 sieben und die 10 Kattowitzer Beiwagen noch 1943 alle vor der Inbetriebnahme bei Bombenangriffen zerstört wurden, konnte der Wagenmangel aus anderen Deutschen Betrieben nicht weiter ergänzt werden. Nachdem die Alliierten im Juli 1943 Sizilien erobert hatten und als Folge der italienische Führer Mussolini am 25 7.1943 abgesetzt wurde, besetzten deutsche Truppen bis Mitte September Nord und Mittelitalien. In Folge begann Deutschland bei italienischen Trambahnbetrieben Fahrzeuge zu beschlagnahmen und an deutsche Betriebe zu verkaufen. Davon erhielt München ab November 1943 25 Triebwagen als X1 und 24 Beiwagen als x1 aus Rom. Im September 1944 folgten dann 12 große X6 und 12 kleine X8 Triebwagen aus Turin und aus Mailand 30 Triebwagen X7, 13 Niederbordbeiwagen y2 und 30 Beiwagenfahrgestelle. Da München an die deutsche Beschaffungsstellen der italienischen Trambahnwagen für diese Fahrzeuge bezahlen musste, entstand später der Eindruck, München habe diese Fahrzeuge regulär gekauft. Das sahen die Alliierten jedoch ganz anders, da die Ursprungsbetriebe nie Geld für diese Fahrzeuge erhalten hatten. Daher verlangten die Alliierten 1949 die Rückführung aller Italiener zu ihren Herkunftsbetrieben. München hatte jedoch wegen des eklatanten Fahrzeugmangels nach dem Krieg die 12 besten Mailänder Triebwagen aufwändig in Einrichtungstriebwagen umgebaut und dabei auch leicht modernisiert. Um diese 12 Triebwagen weiterhin einsetzen zu können, musste München daher die jetzt als H 1.32 bezeichneten Triebwagen von Mailand für einen Stückpreis von 16.000 DM  rechtsgültig abkaufen. Sie waren dann noch bis 1959 besonders auf der als „Ruinenschleicher“ bekannten Linie 37 im Einsatz. Norwegen war im April 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt worden, obwohl es sich nicht im Krieg mit Deutschland befand. Daher wurden auch aus Norwegen Trambahnwagen nach Deutschland gebracht. Durch die Besetzung Norwegens ohne Kriegserklärung wurden die norwegischen Trambahnen jedoch tatsächlich angemietet und nicht, wie in Italien, beschlagnahmt. Von den städtischen Straßenbahnen aus Oslo erhielt München ab März 1944 fünf sehr große zweiachsige Triebwagen X5 und im Juli 1944 von den Baerumsbanen bei Oslo zwei vierachsige Überlandtriebwagen X3 samt gleichartiger Beiwagen x3. Die Fahrzeuge aus Norwegen erwiesen sich für die Münchner Gleisgeometrie als völlig ungeeignet und wurden praktisch nie eingesetzt. Zu den Dresdener Triebwagen X4 ist zu bemerken, dass Dresden abweichend bis heute eine Spurweite von 1450 mm besitzt. Daher konnten die Dresdener Fahrzeuge nicht direkt in München eingesetzt werden. Bei den Triebwagen X4 behalf man sich durch den Tausch der Fahrgestelle gegen alte Fahrgestelle UF 22 ausgemusterter Z 1.22 und Z 2.22 Triebwagen bzw. den daraus umgebauten Werkstattwagen W 2.22, W 3.22 und W 4.22. Bei den jeweils 5 Dresdener Beiwagen x4 und den 5 Leipziger Beiwagen x5 (Leipzig besitzt sogar eine Spurweite von 1458 mm !) lohnte sich der Umbauaufwand offensichtlich nicht und man gab diese Beiwagen sofort an andere Betriebe weiter.

Die ganze lange Geschichte mit allen Hintergründen und Einzelheiten können Sie in unserem "Trambahn-Journal" Ausgabe 1/2019 nachlesen.

Zweiachstriebwagen

Typ: X 1

Betriebsnummer: 2001-2025

Stückzahl: 25

Hersteller: Officine Elettro Ferroviarie Milano 

Baujahr: 1921

in München: 11/12.1943 ex Rom    

Da ab 1943 die Kriegsschäden bei der Münchner Trambahn immer massiver wurden, kaum Möglichkeiten für dir Reparatur zerstörter Fahrzeuge vorhanden waren und durch die Angriffe auch auf andere deutsche Städte von dort keine Hilfen mehr möglich waren, erhielt München erstmal italienische Trambahnen zur Verstärkung. Durch die Landung der Alliierten im Juli 1943  und dem dadurch ausgelösten Sturz Mussolinis war Italien als Verbündeter ausgefallen und wurde von deutschen Truppen besetzt. Aus dem jetzt besetzten Italien wurden in Folge von dort Trambahnen requiriert und an Not leidende deutsche Städte verkauft. Davon erhielt München ab November 1943 25 zweiachsige Triebwagen aus Rom, die als Type X1 Nr. 2001-2025 eingeordnet wurden. Leider waren die Römer für Münchner Verhältnisse relativ klein und damit oft überfüllt. Um z.B. Fahrschalter für kriegsbeschädigte Triebwagen zu gewinnen, wurden die Römer in München in Einrichtungsfahrzeuge umgebaut und die linksseitigen Türen durch Bretter ohne Fenster verschlossen. Zusätzlich bekamen sie an der Stirnseite den in München üblichen Liniennummernkasten aufgesetzt. 7 Römer vielen in München noch Bombenangriffen zum Opfer. Die nach dem Krieg noch vorhandenen Wagen wurden teilweise aufwändig aufgearbeitet, erhielten dabei teilweise Fenster in den verschlossenen linksseitigen Türbereichen und wurden sogar teilweise in weiß/blau neu lackiert. So wurden sie dann 1945/46 auch in das friedensmäßige Bezeichnungsschema als R 1.32 2001 -2025 (mit Lücken) aufgenommen. Die verbliebenen 15 betriebsfähigen Triebwagen leisteten in München bis Ende 1948 noch gute Dienste. Dann veranlassten die Alliierten die Rückgabe an Rom, da sie als unrechtmäßige Kriegsbeute des Deutschen Reiches angesehen wurden.

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Ein überfüllter "Römer" nach dem Krieg auf der Linie 3 in der Arnulfstraße

Ecke Donnersbergerstraße : im Vordergrund sieht man noch die Gleise der schmalspurigen Schuttbahn.

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Ein "Römer" 1949 am Max-Weber-Platz

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Die aus Rom übernommenen Triebwagen des Typs X1, später R1, wurden wegen ihres relativ geringen Platzangebotes zu Stehplatzwagen umgebaut, d.h. zu Eiinrichtungswagen umgerüstet und rechtsseitig alle Sitze ausgebaut, Trotzdem konnten sie zusammen mit ihren noch kleineren Beiwagen des Typs x1 die Massen an Fahrgästen kaum bewältigen, was zu enormer Überfüllung führte. Aber schon damals galt: Besser schlecht gefahren, als gut gelaufen!

Der Abtransport nach Rom erfolgte per Bahn von der HW Ständlerstraße im Januar 1949.

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Zweiachstriebwagen

Typ: R 1.32

Betriebsnummer: 2001-2025 (mit Lücken)

Stückzahl: 15

Hersteller: Officine Elettro Ferroviarie Milano 

Baujahr: 1921

Ankunft München: 11/12.1943

Umabu: 1945 aus X1, Umzeichnung in R 1.32

Sie wurden in München bis 1949  eingesetzt. Die noch vorhandenen 15 Triebwagen und drei Fahrgestelle kriegszerstörter Wagen mußten auf Anordnung der Alliierten 1949 nach Rom zurück gegeben werden, was auch den angeblichen Kauf 1943 eher unwahrscheinlich macht. 

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Zweiachstriebwagen

Typ: X 2

Betriebsnummer: 2026-2028

Stückzahl: 10

Hersteller: MAN Nürnberg

Baujahr: 1906

Ankunft München: 1943

Umbau: ex Kattowitz ex Nürnberg,

7 Wagen Kriegsverlust 1943 vor Umzeichnung    

Ebenfalls 1943 kamen 10 Zweiachstriebwagen aus Kattowitz nach München. Sie entstammten der Nürnberger Serie 202 - 243 mit Baujahr 1906, die teilweise 1941/1942 erst von Nürnberg an Kattowitz abgegeben worden waren. Diesen Wagen war auch in München wenig Glück beschieden. Schon vor der Einreihung in die Reihe X  wurden 7 Triebwagen durch Bomben zerstört. Nur drei Wagen wurden unter den Nr. 2026 - 2028 in München eingereiht. Der 2026 ging 1944 und der 2027 1945 durch Bomben verloren. Aus dem verbliebenen Wagen Nr. 2028 wurde 1946 dann der Werkstattwagen Y2 Nr. 81 umgebaut.

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Aufnahme: Dieter Kubisch

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Aufnahme: Dieter Kubisch

Ein Bild des Nürnberger Arbeitstriebwagen A 12 und des daraus rekonstruierten Museums-Tw 204: bei diesem Nürnberger Wagen handelt es sich um genau den Typ, der über Kattowitz mit 10 Wagen 1943 nach München gekommen ist, wovon leider sofort 7 dem Krieg zum Opfer fielen und nur 3 als X2 Nr 2026 - 2028 zum Einsatz kamen. Auch der 2026 und 2027 sind noch 1944/45 zerstört worden, worauf der überlebende 2028 dann 1946 zum Arbeitstriebwagen 82 wurde. Der Bruder des Nürnberger 204, der 203 war auch in Kattowitz, allerdings kam er nicht nach München. Im übrigen hatten die Tw 202 - 207 auch zuerst Einachsdrehgestelle, wie unsere B 1.- Nr. 375 - 379, die sich aber ebenfalls nicht bewährten und später duch MAN- Pressblechfahrgestelle (allerdings zweiachsig) ersetzt wurden, wie sie dann auch nach Kattowitz kamen und in den Wagen ab 208 schon serienmäßig eingebaut waren.

Vierachstriebwagen

​Typ: X3

Betriebsnummer: 2029, 2030 (ex Oslo Nr. 3 & 9)

Stückzahl: 2

Baujahr: 1938

Hersteller: v.d.Zypen / Norwegian Skabo

Ankunft München: 7.1944

aus Oslo von A/S Baerumsbanen beschlagnahmt    

Im Juli 1944 kamen 2 große vierachsige Überlandbahn-Triebwagen der ehemaligen A/S Bærumsbanen aus Oslo nach München. Angeblich waren sie gemietet worden. Angesichts der Besetzung Norwegens durch die Wehrmacht und der Anwendung deutschen Kriegsrechts erscheint es jedoch wahrscheinlicher, dass diese Wagen samt ihren beiden Anhängern einfach beschlagnahmt wurden. Obwohl sie mit Baujahr 1938 moderner als alle Münchner Fahrzeuge waren, waren sie als schwere Überlandbahntriebwagen im Münchner Netz praktisch nicht einsetzbar.  Sie konnten wegen Schäden an den Federhalterungen, Motorkabeln und Spurkränzen nicht in Betrieb genommen werden und gingen im Juni bzw. Mai 1946 zurück.

 © sporveismuseet.no

Oslo Wagen Nummer 9 (später München 2030) auf der Baerumsbanen

Wagen Nummer 3 (später München 2029) auf der Kolsås Line Bahnhof Haslum

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Wagen Nr. 9 wurde Ersatztteilspender for Oslo Nr. 304. Der zurückgekehrte Wagen Nummer 3 (München 2029) wurden später in Oslo zu Werkstattwagen umgebaut und in den 60er-Jahren ausgemustert. Heute steht er so erhalten im Tramway Museum Oslo:  https://sporveismuseet.no/vognpark/OS393.htm.

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Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Mitglieder des Oslo Tramway Museum, die mit Bildern & Infos die spannende Geschichte der norwegischen Trams in München erstmals komplett aufgeklärt haben. 

Bjørn Andersen, Roy Budmiger, & Arne Nygaard, 

Head of Transport Museum of Oslo

sporveismuseet.no

Zweiachstriebwagen

Typ: X4

Betriebsnummer: 2031-2035

Stückzahl: 5

Ankunft München: 1943

aus Dresden, Nr 2035 Kriegsverlust 1945    

Aus Dresden kamen 1943 fünf sehr alte Zweiachstriebwagen der dortigen Bauarten A2 und A3 nach München. Dresden hatte bis dahin noch keine Ausfälle durch Luftangriffe. Die Dresdener Wagen wurden als X4 Nr. 2031-2035 eingereiht. Der Wagen 2033 ex Dresden 580 ging schon im August 1944 nach Dresden zurück. Der Wagen 2035 ex Dresden 582 fiel 1945 dem Krieg zum Opfer. Die restlichen drei Wagen wurden im Juni 1947 nach Dresden zurück gegeben. 

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Ex-Dresdner A2

in München X4 2034 mit

Münchner Union Fahrgestell UF 22

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Dresdner A3 (wie Münchner X4 2035) mit original Dresdner Fahrgestell für 1450 mm Spur

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Der TW 2032 X4 / Ex-Dresdner Wagen 2032 unterwegs in München 1943 am Max Monument mit Union UF 22 Fahrgestell

Dresdner Originalfahrgestell, das auch der X4 2032 besaß

Zweiachstriebwagen

Typ: X5

Betriebsnummer: 2036-2040 (Oslo 58-62)

Betriebsnummer ab 1945: 2036-2039-Stückzahl: 5

Baujahr: 19213

Hersteller: Siemens Schuckert

Ankunft München: 5.1944

aus Oslo von A/S Sporveier beschlagnahmt, Nr. 2040 Aufbau Kriegsverlust 1945    

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Der Wagen 2035 (ex Oslo 59) in der HW Ständlerstraße

Im Mai 1944 kamen fünf weitere Triebwagen aus Oslo nach München, diesmal waren es Zweiachser von A/S Sporveier, dem städtischen Trambahnbetrieb. Auch sie sollen angeblich gemietet worden sein, was wegen der Besetzung Norwegens jedoch sicher eher eine Beschlagnahme war. Die zweiachsigen Triebwagen (Nr. 2036-2040) waren nur  einige Tage auf der Linie 19 (Willibaldplatz-Pasing) eingesetzt. Es stellte sich nach häufigen Entgleisungen heraus, dass sie durch die weit auseinanderliegenden Achsen für die engen Kurven in München nicht geeignet waren.

Als X5 Nr. 2036 - 2040 eingereiht, wurde 1945 der Wagen 2040 durch Bomben zerstört. Die restlichen Wagen und das Fahrgestell des 2040 wurden im Mai 1946 nach Oslo zurück gegeben.

Der Oslo-Wagen 58 ging in Oslo wieder in Betrieb bis 1966 und wurde dann verschrottet. Die Betriebsnummer 59, 61 und 62 wurden in Oslo nie repariert und bald verschrottet.

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Der Wagen Oslo 61 (später in München Nr. 2039)

Teile des TW 2036 (ex Oslo 60) wurden nach dem Rücktransport zum Bau des Schneepflugwagens 303 in Oslo verbaut

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Der waschechte Skandinavier in München:  Betriebsnummer 59 (Münchner 2035) neben dem Tw 397 (Typ B) im Betriebshof 7

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Der ursprüngliche Anstrich, oben weiß und unten ein sehr blasses Blau, blieb in München unverändert. Ein Foto der Museums-Tram 70 (gleiche Baureihe) in Oslo, um ein Gespür für die Farbgebung zu bekommen

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Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Mitglieder des Oslo Tramway Museum, die mit Bildern & Infos die Geschichte der norwegischen Trams in München erstmals komplett aufgeklärt haben. 

Bjørn Andersen, Roy Budmiger, & Arne Nygaard, 

Head of Transport Museum of Oslo

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Zweiachstriebwagen

Typ: X6

Betriebsnummer: 2041-2052 (Turin 701-712)

Stückzahl: 12

Hersteller; Riconstruzione Officine Tranvie Municipale 

Baujahr: 1913

Ankunft München: 8.1944

ex Turin    

Zweiachstriebwagen

Typ: T 1.34

Betriebsnummer: 2041-2052

Stückzahl: 12

Hersteller: Riconstruzione Officine Tranvie Municipale 

Baujahr: 1913

Ankunft München: 8.1944

ex Turin, 1945 umgezeichnet in T 1.34 

Im August 1944 kamen aus Turin 12 Zweiachstriebwagen nach München.  Sie sollen auch gekauft worden sein. Da jedoch Italien schon seit Ende 1943 von der Wehrmacht besetzt war, erscheint auch hier eine Beschlagnahme durch Deutschland weitaus wahrscheinlicher.1945 wurden sie alle in T 1.34 umgezeichnet. 

Die "erworbenen" Wagen setzten sich aus den 8,33 rn langen Triebwagen 701-712 (Nr. 2041-2052) und aus 12 (Nr. 101...148)  sehr kleinen (7,5 m lang, Nr. 2083-2086, ab 1944 Arb.Tw. 71-80), den geschlossenen Pferdebahnwagen vergleichbaren Triebwagen zusammen. Sie waren alle hell- und dunkelgrün lackiert und wurden von 1944 bis 1945 im Güterverkehr und Schleppzugdienst eingesetzt . Nach dem Krieg benützte man die Turiner Triebwagen als Arbeitswagen, wobei einige einen gelbbraunen Anstrich erhielten. 

Teilweise wurden sie in München noch aufgearbeitet und bis zur von den Alliierten erzwungenen Rückgabe aller Wagen an Turin im Januar 1949 eingesetzt. 

 

Zweiachstriebwagen

Typ: X 7

Betriebsnummer:2053-2082

Stückzahl: 30

Baujahr: 1925

Ankunft München: 8.1944

ex Mailand     

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Im August 1944 kamen aus Mailand 30 Zweiachstriebwagen nach München. Angeblich sollten auch sie damals gekauft worden sein, auf Grund der Besetzung Italiens seit Ende 1943 ist jedoch eine Beschlagnahme wesentlich wahrscheinlicher. Sie waren mit Baujahr 1925 deutlich jünger, als die Turiner Triebwagen und wurden als X7 mit den Nr. 2053 - 2082 eingeordnet. Sechs Wagen gingen 1944/1945 im Krieg verloren. Ab 1945 wurden sie in S 1.33 umgezeichnet. 

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Zweiachstriebwagen

Typ: S 1.33

Betriebsnummer: 2053-2081 mit Lücken

Stückzahl: 12

Baujahr: 1925

Ankunft München: 1944

ex Mailand, 1945 umgezeichnet in S 1.33,

ab 1949 in H 1.33 umnummeriert in 101-112, Rest Kriegsverlust 1944/1945   

Nach dem Krieg wurden die Wagen in München überholt, da man sie noch länger einsetzen wollte. 4 Triebwagen wurden dazu ausgeschlachtet und 8 Wagen mußten im Januar 1949 auf Anordnung der Alliierten nach Mailand zurück gegeben werden. Auf 12 Triebwagen konnte München nicht verzichten und kaufte sie daher 1949 von Mailand. Sie wurden dann in H 1.32 Nr 101 - 112 umgezeichnet und liefen so bis zu ihrer Ausmusterung zwischen 1957 und 1959 besonders auf der als Ruinenschleicher bekannten Linie 37.

Ein Mailänder Triebwagen am Sendlinger-Tor-Platz

Archiv FMTM eV.

© Archiv FMTM eV.

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Fotogalerie der Mailänder Triebwagen auf dem Münchner Nachkriegs-Trambahnnetz:

  • oben TW 2063 TW S 1.33 / Mailand 723, zurück nach Mailand 1949

  • rechts Mitte TW 2054 S 1.33 / H 1.32 / TW 102 / Mailand 604

  • rechts unten TW 2069 S 1.33 / H 1.32 / Mailand  681

© Aufnahme: Dieter Kubisch

© Aufnahme: Dieter Kubisch

Wagen 609 und Wagen 711, weitgehend baugleich mit den damals in München arbeitenden Wagen, ziehen heute noch ihre Kreise auf dem Mailänder Trambahn-Netz. 

 

Zweiachstriebwagen

Typ: X 8 (Y 1)

Betriebsnummer: 2083-2086

Stückzahl: 12

Hersteller: Riconstruzione Officine Tranvie Municipale 

Baujahr: 1910

Ankunft München: 8.1944

ex Turin,  davon 10 Triebwagen. 1944 in Arb.Tw. Y 1 Nr. 71-80 Rest vermutlich Kreigsverlust    

Auch im August 1944 kamen nochmals 12 Zweiachstriebwagen aus Turin nach München. Nur vier Triebwagen wurden kurzzeitig als X8 Nr. 2083 -2086 im Personenverkehr eingesetzt. Alle Wagen wurden noch 1944 in die Werkstattwagen Y1 Nr. 71-80 umgezeichnet. Von zwei Wagen ist deren Schicksal unbekannt, sie dürften Kriegsverluste gewesen sein.  

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Autoren:              Klaus Onnich

& Gestaltung      Dieter Kubisch

                             Reinhold Kocaurek, alle FMTM e.V.

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